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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Angewandte Objektorientierung
8 Exceptions
9 Generics, innere Klassen
10 Die Klassenbibliothek
11 Threads und nebenläufige Programmierung
12 Datenstrukturen und Algorithmen
13 Raum und Zeit
14 Dateien und Datenströme
15 Die eXtensible Markup Language (XML)
16 Grafische Oberflächen mit Swing
17 Grafikprogrammierung
18 Netzwerkprogrammierung
19 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
20 JavaServer Pages und Servlets
21 Applets
22 Midlets und die Java ME
23 Datenbankmanagement mit JDBC
24 Reflection und Annotationen
25 Logging und Monitoring
26 Sicherheitskonzepte
27 Java Native Interface (JNI)
28 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
Stichwort

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Java ist auch eine Insel (8. Auflage) von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel (8. Auflage)

Java ist auch eine Insel (8. Aufl.)
8., aktual. Auflage, geb., mit DVD
1.475 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1371-4
Pfeil 18 Netzwerkprogrammierung
Pfeil 18.1 Grundlegende Begriffe
Pfeil 18.1.1 Internet-Standards und RFC
Pfeil 18.2 URI und URL
Pfeil 18.2.1 URI
Pfeil 18.2.2 Die Klasse URL
Pfeil 18.2.3 Informationen über eine URL
Pfeil 18.2.4 Der Zugriff auf die Daten über die Klasse URL
Pfeil 18.2.5 Verbindungen durch einen Proxy-Server
Pfeil 18.3 Die Klasse URLConnection
Pfeil 18.3.1 Methoden und Anwendung von URLConnection
Pfeil 18.3.2 Protokoll- und Content-Handler
Pfeil 18.3.3 Im Detail: vom URL zur URLConnection
Pfeil 18.3.4 Der Protokoll-Handler für Jar-Dateien
Pfeil 18.3.5 Basic Authentication/Proxy-Authentifizierung
Pfeil 18.4 Mit GET und POST Daten übergeben
Pfeil 18.4.1 Kodieren der Parameter für Serverprogramme
Pfeil 18.4.2 Eine Suchmaschine ansprechen
Pfeil 18.5 Host- und IP-Adressen
Pfeil 18.5.1 Lebt der Rechner?
Pfeil 18.5.2 IP-Adresse des lokalen Hosts
Pfeil 18.5.3 Das Netz ist Klasse …
Pfeil 18.6 NetworkInterface
Pfeil 18.7 Mit dem Socket zum Server
Pfeil 18.7.1 Das Netzwerk ist der Computer
Pfeil 18.7.2 Sockets
Pfeil 18.7.3 Eine Verbindung zum Server aufbauen
Pfeil 18.7.4 Server unter Spannung: die Ströme
Pfeil 18.7.5 Die Verbindung wieder abbauen
Pfeil 18.7.6 Informationen über den Socket
Pfeil 18.7.7 Reine Verbindungsdaten über SocketAddress
Pfeil 18.8 Client-Server-Kommunikation
Pfeil 18.8.1 Warten auf Verbindungen
Pfeil 18.8.2 Ein Multiplikationsserver
Pfeil 18.8.3 Blockierendes Lesen
Pfeil 18.8.4 Von außen erreichbar sein
Pfeil 18.9 Apache Jakarta Commons HttpClient und Net
Pfeil 18.9.1 Jakarta Commons HttpClient
Pfeil 18.9.2 Jakarta Commons Net
Pfeil 18.10 Arbeitsweise eines Webservers
Pfeil 18.10.1 Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP)
Pfeil 18.10.2 Anfragen an den Server
Pfeil 18.10.3 Die Antworten vom Server
Pfeil 18.10.4 Webserver mit com.sun.net.httpserver.HttpServer
Pfeil 18.11 Datagram-Sockets
Pfeil 18.11.1 Die Klasse DatagramSocket
Pfeil 18.11.2 Datagramme und die Klasse DatagramPacket
Pfeil 18.11.3 Auf ein hereinkommendes Paket warten
Pfeil 18.11.4 Ein Paket zum Senden vorbereiten
Pfeil 18.11.5 Methoden der Klasse DatagramPacket
Pfeil 18.11.6 Das Paket senden
Pfeil 18.12 E-Mail
Pfeil 18.12.1 Wie eine E-Mail um die Welt geht
Pfeil 18.12.2 Das Simple Mail Transfer Protocol und RFC 822
Pfeil 18.12.3 POP (Post Office Protocol)
Pfeil 18.12.4 Die JavaMail API
Pfeil 18.12.5 E-Mails mittels POP3 abrufen
Pfeil 18.12.6 E-Mails versenden
Pfeil 18.12.7 Ereignisse und Suchen
Pfeil 18.13 Tiefer liegende Netzwerkeigenschaften
Pfeil 18.13.1 Internet Control Message Protocol (ICMP)
Pfeil 18.13.2 MAC-Adresse
Pfeil 18.14 Zum Weiterlesen


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18.10 Arbeitsweise eines Webservers Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

In diesem Abschnitt lernen wir die Grundlagen eines Webservers kennen. Dazu besprechen wir zunächst das Protokoll HTTP, auf dem das Web basiert. Detaillierte Informationen aus Serversicht beschreibt das Kapitel 20, »JavaServer Pages und Servlets«. Hier betrachten wir nur die Clientseite.


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18.10.1 Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP) Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das HTTP ist ein Protokoll für Hypermedia-Systeme und in RFC 2616 genau beschrieben. HTTP wird seit dem Aufkommen des World Wide Web – Näheres dazu unter http://www.w3.org/ – intensiv genutzt. Das Web basiert auf der Seitenbeschreibungssprache HTML, die 1992 von Tim Berners-Lee entwickelt wurde. Die Entwicklung wurde am CERN vorgenommen, und seit den Prototypen ist die Entwicklung nicht nur im Bereich HTML fortgeschritten, sondern auch im Protokoll. Berners-Lee ist mit seiner Erfindung allerdings nicht reich geworden, da er ohne Patent- oder Copyright-Ansprüche nur ein Werkzeug zur Veröffentlichung wissenschaftlicher Berichte ermöglichen wollte.

HTTP definiert eine Kommunikation zwischen Client und Server. Typischerweise horcht der Server auf Port 80 (oder 8080) auf Anfragen des Clients. Das Protokoll benutzt eine TCP/IP-Socket-Verbindung und ist deutlich textbasiert. Alle HTTP-Anfragen haben ein allgemeines Format:

  • Eine Zeile am Anfang. Dies kann entweder eine Anfrage (also eine Nachricht vom Client) oder eine Antwort vom Server sein.
  • Einige Kopf-Zeilen (engl. header). Informationen über den Client oder Server, zum Beispiel über den Inhalt. Der Header endet immer mit einer Leerzeile.
  • Einen Körper (engl. body). Der Inhalt der Nachricht; entweder Benutzerdaten vom Client oder die Antwort vom Server.

Dieses Protokoll ist also sehr einfach und auch unabhängig von Datentypen, was es ideal einsetzbar für verteilte Hypermedia-Informationssysteme macht.


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18.10.2 Anfragen an den Server Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ist die Verbindung aufgebaut, wird eine Anfrage formuliert, auf welches Objekt (Dokument oder Programm) zugegriffen werden soll. Neben der Anfrage wird auch das Protokoll festgelegt, mit dem übertragen wird. HTTP definiert mehrere Hauptmethoden, von denen drei zu den wichtigsten gehören:

  • GET. Eine einfache Anfrage nach einer Information. Der Client kann Daten an die URL anhängen und so zum Server schicken.
  • POST. Die POST-Methode erlaubt es dem Client, Daten über einen Datenstrom zum Server zu schicken.
  • HEAD. Funktioniert ähnlich wie GET, nur dass nicht das gesamte Dokument verschickt wird, sondern allein Informationen über das Objekt. So sendet diese Methode zum Beispiel innerhalb einer HTML-Seite die innerhalb von <head>...</head> befindlichen Informationen.

Eine Beispielanfrage an einen Webserver

Hier ein typisches Beispiel einer GET-Anfrage vom Client an den Standard-Webserver:

GET /directory/index.html HTTP/1.1

Das erste Wort ist die Methode des Aufrufs (auch Anfrage, engl. request). Neben den drei oben aufgeführten Methoden GET, POST und HEAD gibt es noch weitere, meist finden diese jedoch nur bei speziellen Anwendungen Verwendung.


Tabelle 18.1 Einige Anfragemethoden von HTTP

Methode Aufgabe

GET

Liefert eine Datei.

HEAD

Liefert nur Dateiinformationen.

POST

Sendet Daten zum Server.

PUT

Sendet Dateien zum Server.

DELETE

Löscht eine Ressource.


Die zweite Angabe bei der Anfrage an den Server ist der Dateipfad. Er ist als relative Pfadangabe zu sehen und folgt hinter der Methode.


URL Erzeugte Anfrage

www.tutego.com/

GET / HTTP/1.1

www.tutego.com/../index.html

GET /../index.html HTTP/1.1

www.tutego.com/classes/applet.html

GET /classes/applet.html HTTP/1.1


Die Anfrage endet bei einer Leerzeile (Zeile, die nur ein Carriage-Return (\r) und ein Linefeed (\n) enthält).


Beispiel Wir können das in einer Telnet-Sitzung einfach testen. Starten wir zunächst eine Telnet-Sitzung:

$ telnet www.tutego.com 80

Anschließend fordern wir mit GET /aufgaben/bond.txt HTTP/1.0 und zwei Returns in der Eingabe eine Datei an. Es folgt eine lange Ausgabe:

HTTP/1.1 200 OK 
Date: Sun, 10 Feb 2002 18:20:01 GMT 
Server: Apache/1.3.19 (Unix) FrontPage/4.0.4.3 
Last-Modified: Mon, 12 Jun 2000 11:41:03 GMT 
ETag: "1db3c8–28e-3944cc4f"
Accept-Ranges: bytes 
Content-Length: 654 
Connection: close 
Content-Type: text/plain 
From England’s INDEPENDENT: 
...

Abbildung 18.1 GET-Anfrage über telnet an einen Webserver

Wenn die GET-Anfrage falsch formuliert oder die Datei nicht vorhanden ist, folgt eine Fehlerausgabe:

Abbildung 18.2 Ungültige Anfrage

Nach der Zeile mit der Anfrage können optionale Zeilen gesendet werden. So stellt ein HTTP- Client an den Server beispielsweise die folgende Anfrage:

GET / HTTP/1.0 
Connection: Keep-Alive 
User-Agent: Mozilla/2.0 (Win95; I) 
Host: merlin 
Accept: image/gif, image/x-xbitmap, image/jpeg, image/pjpeg, */*

Hier sehen wir, dass durch diese Plauderei leicht Statistiken vom Browsereinsatz gemacht werden können.


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18.10.3 Die Antworten vom Server Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Server antwortet ebenfalls mit einer Statuszeile, einem Header (mit Informationen über sich selbst) und dem Inhalt. Der Webbrowser muss sich also um eine Antwort des Webservers kümmern. Eine vom Microsoft Webserver generierte Antwort kann etwa wie folgt aussehen:

HTTP/1.0 200 OK 
Server: Microsoft-PWS/2.0 
Date: Sat, 10 Feb 2002 19:03:45 GMT 
Content-Type: text/html 
Accept-Ranges: bytes 
Last-Modified: Sat, 09 May 1998 09:52:22 GMT 
Content-Length: 26 
Hier kommt die HTML Seite

Die Antwort ist wieder durch eine Leerzeile getrennt. Der Header vom HTTP setzt sich aus drei Teilen zusammen: dem General Header (dazu gehört etwa Date), dem Response-Header (dazu gehört Server) und dem Entity-Header (Content-Length und Content-Type). (Der Client kann zusätzlich einen Request-Header belegen.)

Jedes Feld im Header besteht aus einem Namen, gefolgt von einem Doppelpunkt. Dann folgt der Wert. Groß- und Kleinschreibung ist für die Feldnamen irrelevant.

Die erste Zeile wird Statuszeile genannt und beinhaltet die Version des Protokolls und den Statuscode. Der danach folgende Text ist optional und beschreibt in einer für Menschen lesbaren Form den Statuscode.

Die Version

Die erste Version des Protokolls HTTP (HTTP/0.9) sah nur eine einfache Übertragung von Daten über das Internet vor. HTTP/1.0 war da schon eine Erweiterung, denn die Daten konnten als MIME-Nachrichten verschickt werden. Zudem waren Metadaten (wie die Länge der Botschaft) verfügbar. Da aber HTTP/1.0 Nachteile im Caching aufweist und für jede Datei eine neue Verbindung aufbaut, also keine persistenten Verbindungen unterstützt, wurde das HTTP/1.1 eingeführt.

Der Statuscode

Der Statuscode gibt Auskunft über das Ergebnis der Anfrage. Er besteht aus einer Zahl mit drei Ziffern. Der zusätzliche optionale Text ist nur für den Menschen.

Das erste Zeichen des Statuscodes definiert die Antwort-Klasse (ähnlich wie es der FTP-Server macht). Die nachfolgenden Ziffern sind keiner Kategorie zuzuordnen. Für das erste Zeichen gibt es fünf Klassen:

  • 1xx: informierend Die Anfrage ist angekommen, und alles geht weiter.
  • 2xx: erfolgreich Die Aktion wurde erfolgreich empfangen, verstanden und akzeptiert.
  • 3xx: Rückfrage Um die Anfrage auszuführen, sind noch weitere Angaben nötig.
  • 4xx: Fehler beim Client Die Anfrage ist syntaktisch falsch oder kann nicht ausgeführt werden.
  • 5xx: Fehler beim Server Der Server kann die wahrscheinlich korrekte Anfrage nicht ausführen.

Gehen wir noch etwas genauer auf die Fehlertypen ein:


Tabelle 18.2 Einige Statuscodes bei Antworten des HTTP-Servers

Statuscode Optionaler Text

200

OK

201

Created

202

Accepted

204

No Content

300

Multiple Choices

301

Moved Permanently

302

Moved Temporarily

304

Not Modified

400

Bad Request

401

Unauthorized

403

Forbidden

404

Not Found

500

Internal Server Error

501

Not Implemented

502

Bad Gateway

503

Service Unavailable


Am häufigsten handelt es sich bei den Rückgabewerten um:

  • 200 OK: Die Anfrage vom Client war korrekt, und die Antwort des Servers stellt die gewünschte Information bereit.
  • 404 Not Found: Das referenzierte Dokument kann nicht gefunden werden.
  • 500 Internal Server Error: Meistens durch schlechte CGI-Programme hervorgerufen.

Der Text in der Tabelle kann vom Statuscode abweichen.

General Header Fields

Zu jeder übermittelten Nachricht (nicht Entity) gibt es abfragbare Felder. Diese gelten sowohl für den Client als auch für den Server. Zu ihnen gehören: Cache-Control, Connection, Date, Pragma, Transfer-Encoding, Upgrade und Via. Zu den Header-Informationen gehört auch die Uhrzeit des abgesendeten Pakets. Das Datum kann in drei verschiedenen Formaten gesendet werden, wobei das erste zum Internet-Standard gehört und dementsprechend wünschenswert ist. Es hat gegenüber dem zweiten den Vorteil, dass es eine feste Länge besitzt und das Jahr mit vier Ziffern darstellt:

Sun, 06 Nov 1994 08:49:37 GMT   ; RFC 822, update in RFC 1123 
Sunday, 06-Nov-94 08:49:37 GMT  ; RFC 850, obsolet seit RFC 1036 
Sun Nov  6 08:49:37 1994        ; ANSI C asctime() Format

Ein HTTP/1.1-Client, der die Datumswerte ausliest, muss also drei Datumsformate akzeptieren.

Felder im Response-Header

Der Response-Header erlaubt dem Server, zusätzliche Informationen zu übermitteln, die nicht in der Statuszeile kodiert sind. Die Felder geben Auskunft über den Server. Folgende Felder sind möglich: Age, Location, Proxy-Authenticate, Public, Retry-After, Server, Vary, Warning und WWW-Authenticate.

Entity Header Fields

Eine Entity ist eine Information, die aufgrund einer Anfrage gesendet wird. Die Entity besteht aus einer Meta-Information (Entity-Header) und der Nachricht selbst (überliefert im Entity-Body). Die in einem der Entity-Header-Felder übermittelten Meta-Informationen sind etwa Informationen über die Länge des Blocks oder über die letzte Änderung der Länge. Ist kein Entity-Body definiert, liefern die Felder Informationen über die Ressourcen, ohne sie wirklich im Entity-Body zu senden: Allow, Content-Base, Content-Encoding, Content-Language, Content-Length, Content-Location, Content-MD5, Content-Range, Content-Type, ETag, Expires und Last-Modified.

Der Dateiinhalt und der Content-Type

HTTP nutzt die Internet-Media-Types (verwandt mit den MIME-Types) im Content-Type. Dieser Content-Type gibt den Datentyp des übermittelten Datenstroms an. Einige Beispiele mit Referenzen:


Typ Untertyp Beschreibung

text

plain

ASCII-Text (RFC 1521)

html

Hyper-Text Markup Language (RFC 1866)

multipart

mixed

mehrteilige Inhalte (RFC 1521)

form-data

Formulardaten aus HTML (RFC 1867)

application

octet-stream

allgemeine Binärdaten (RFC 1521)

postscript

PostScript von Adobe (RFC 1521)

rtf

Rich Text Format

pdf

PDF von Adobe

vnd.ms-excel

Microsoft Excel

vnd.ms-powerpoint

Microsoft Powerpoint


Jede über HTTP/1.1 übermittelte Nachricht mit einem Entity-Body sollte einen Header mit Content-Type enthalten. Ist dieser Typ nicht gegeben, versucht der Client anhand der URL-Endung oder durch Betrachtung des Datenstroms herauszufinden, um welchen Typ es sich handelt. Bleibt dies jedoch unklar, wird ihm der Typ »application/octet-stream« zugewiesen. Content-Types werden gern benutzt, um Daten zu komprimieren. Diese verlieren dadurch nicht ihre Identität. In diesem Fall ist das Feld Content-Encoding im Entity-Header gesetzt, und bei einem GNU-Zip-Packverfahren [Eine Lempel-Ziv-Kodierung (LZ77) mit einem 32-Bit-CRC. Beschrieben in RFC 1952.] (gzip) ist dann folgende Zeile im Datenstrom mit dabei:

Content-Encoding: gzip

Nach den Headern folgt als Antwort die Datei. Nachdem diese übertragen worden ist, wird die Socket-Verbindung geschlossen. Da jedes Anfrage-Antwort-Paar in einer Socket-Verbindung mündet, ist dieses Verfahren nicht besonders schnell und schont auch nicht das Netzwerk, da viele Pakete, die sich um den Aufbau der Leitung kümmern, verschickt werden müssen.


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18.10.4 Webserver mit com.sun.net.httpserver.HttpServer topZur vorigen Überschrift

Java bietet seit der Version 6 eine API, um Web-Services anzusprechen und auch neue Web-Services zu definieren und am eigenen Rechner anzumelden. Doch um Web-Services anbieten und entfernten Clients Zugriff gewähren zu können, ist immer ein Webserver nötig. Aus diesem Grund hat Sun einen einfachen HTTP-Server integriert, der sich auch eigenständig nutzen lässt; die Klassen sind zwar mehr oder weniger privat im Paket com.sun.net.httpserver deklariert, dennoch wollen wir ein Beispiel wagen.

Im Mittelpunkt steht die Klasse HttpServer – eine abstrakte Oberklasse, von der die Fabrikmethoden create() und create(InetSocketAddress, int) ein konkretes Exemplar liefern. Im nächsten Schritt verbindet die Methode createContext() einen Pfad (wie etwa »/webapp1/«) mit einem bestimmten HttpHandler, der die Anfrage an den Pfad übernimmt.

Listing 18.15 com/tutego/insel/httpserver/HttpServerDemo.java

public class HttpServerDemo 
{ 
  public static void main( String[] args ) throws IOException 
  { 
    HttpServer server = HttpServer.create( new InetSocketAddress( 80 ), 0 ); 
    server.createContext( "/", new DateHandler() ); 
    server.start(); 
  } 
}

Jeder Handler implementiert die Schnittstelle HttpHandler mit der Methode handle(HttpExchange), die über den Parameter HttpExchange Zugriff auf Header, Anfragekörper und Ergebnis ermöglicht.

Ein einfacher HttpHandler, der Anfragen mit einer HTML-Seite beantwortet, die Datum und den Anfragepfad enthält, kann so aussehen:

Listing 18.16 com/tutego/insel/httpserver/HttpServerDemo.java, DateHandler

class DateHandler implements HttpHandler 
{ 
  public void handle( HttpExchange httpExchange ) throws IOException 
  { 
    httpExchange.getResponseHeaders().add( "Content-type", "text/html" ); 
    String response = "<b>" + new Date() + "</b> for " + 
                      httpExchange.getRequestURI(); 
    httpExchange.sendResponseHeaders( 200, response.length() ); 
 
    OutputStream os = httpExchange.getResponseBody(); 
    os.write( response.getBytes() ); 
    os.close(); 
  } 
}

Die Methode getResponseHeaders() liefert ein Headers-Objekt (eine Map<String,List<String>>) zum Setzen der Response-Header. Das Beispiel setzt den Content-Type auf »text/html«. Die Methode sendResponseHeaders() schließt die Header-Angaben mit einem Statuscode (Response-Code) und der Content-Länge ab. getRequestURI() gibt den Pfad und ermöglicht uns das Zerlegen der Elemente nach Verzeichnis, Datei, Dateiendung, Ankern und Parametern.

HttpExchange liefert mit getResponseBody() einen OutputStream, der das Ergebnisdokument formuliert. Die Methode getRequestBody() liefert einen InputStream für das, was der Client sendet. Das Beispiel schreibt die Bytes vom String in den OutputStream und schließt ihn anschließend.

Nach dem Start des Servers können wir im Webbrowser URLs wie http://localhost/ oder http://localhost/webapp/bla eingeben, und wir erhalten das Datum und die Pfadangabe.



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