Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Angewandte Objektorientierung
8 Exceptions
9 Generics, innere Klassen
10 Die Klassenbibliothek
11 Threads und nebenläufige Programmierung
12 Datenstrukturen und Algorithmen
13 Raum und Zeit
14 Dateien und Datenströme
15 Die eXtensible Markup Language (XML)
16 Grafische Oberflächen mit Swing
17 Grafikprogrammierung
18 Netzwerkprogrammierung
19 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
20 JavaServer Pages und Servlets
21 Applets
22 Midlets und die Java ME
23 Datenbankmanagement mit JDBC
24 Reflection und Annotationen
25 Logging und Monitoring
26 Sicherheitskonzepte
27 Java Native Interface (JNI)
28 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
Stichwort

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Java ist auch eine Insel (8. Auflage) von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel (8. Auflage)

Java ist auch eine Insel (8. Aufl.)
8., aktual. Auflage, geb., mit DVD
1.475 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1371-4
Pfeil 16 Grafische Oberflächen mit Swing
Pfeil 16.1 Das Abstract Window Toolkit und Swing
Pfeil 16.1.1 SwingSet-Demos
Pfeil 16.1.2 Abstract Window Toolkit (AWT)
Pfeil 16.1.3 Java Foundation Classes
Pfeil 16.1.4 Was Swing von AWT unterscheidet
Pfeil 16.1.5 Die Klasse Toolkit
Pfeil 16.2 Fenster unter grafischen Oberflächen
Pfeil 16.2.1 Swing-Fenster darstellen
Pfeil 16.2.2 Fenster schließbar machen – setDefaultCloseOperation()
Pfeil 16.2.3 AWT-Fenster darstellen
Pfeil 16.2.4 Sichtbarkeit des Fensters
Pfeil 16.2.5 Größe und Position des Fensters verändern
Pfeil 16.2.6 Unterklassen der Fenster-Klassen bilden
Pfeil 16.2.7 Fenster- und Dialog-Dekoration, Transparenz
Pfeil 16.2.8 Dynamisches Layout während einer Größenänderung
Pfeil 16.3 Beschriftungen (JLabel)
Pfeil 16.3.1 Mehrzeiliger Text, HTML in der Darstellung
Pfeil 16.4 Icon und ImageIcon für Bilder auf Swing-Komponenten
Pfeil 16.5 Es tut sich was – Ereignisse beim AWT
Pfeil 16.5.1 Die Klasse AWTEvent
Pfeil 16.5.2 Events auf verschiedenen Ebenen
Pfeil 16.5.3 Swings Ereignisquellen und Horcher (Listener)
Pfeil 16.5.4 Listener implementieren
Pfeil 16.5.5 Listener bei dem Ereignisauslöser anmelden/abmelden
Pfeil 16.5.6 Aufrufen der Listener im AWT-Event-Thread
Pfeil 16.5.7 Adapterklassen nutzen
Pfeil 16.5.8 Innere Mitgliedsklassen und innere anonyme Klassen
Pfeil 16.6 Schaltflächen
Pfeil 16.6.1 Normale Schaltflächen (JButton)
Pfeil 16.6.2 Der aufmerksame ActionListener
Pfeil 16.6.3 Basisklasse AbstractButton
Pfeil 16.6.4 Wechselknopf (JToggleButton)
Pfeil 16.7 Swing Action
Pfeil 16.8 JComponent und Component als Basis aller Komponenten
Pfeil 16.8.1 Tooltips
Pfeil 16.8.2 Rahmen (Border)
Pfeil 16.8.3 Fokus und Navigation
Pfeil 16.8.4 Ereignisse jeder Komponente
Pfeil 16.8.5 Die Größe und Position einer Komponente
Pfeil 16.8.6 Komponenten-Ereignisse
Pfeil 16.8.7 Hinzufügen von Komponenten
Pfeil 16.8.8 UI-Delegate – der wahre Zeichner
Pfeil 16.8.9 Undurchsichtige (opake) Komponente
Pfeil 16.8.10 Properties und Listener für Änderungen
Pfeil 16.9 Container
Pfeil 16.9.1 Standardcontainer (JPanel)
Pfeil 16.9.2 Bereich mit automatischen Rollbalken (JScrollPane)
Pfeil 16.9.3 Reiter (JTabbedPane)
Pfeil 16.9.4 Teilungs-Komponente (JSplitPane)
Pfeil 16.10 Alles Auslegungssache: die Layoutmanager
Pfeil 16.10.1 Übersicht über Layoutmanager
Pfeil 16.10.2 Zuweisen eines Layoutmanagers
Pfeil 16.10.3 Im Fluss mit FlowLayout
Pfeil 16.10.4 Mit BorderLayout in allen Himmelsrichtungen
Pfeil 16.10.5 Rasteranordnung mit GridLayout
Pfeil 16.10.6 Der GridBagLayout-Manager
Pfeil 16.10.7 Null-Layout
Pfeil 16.10.8 BoxLayout
Pfeil 16.10.9 Weitere Layoutmanager
Pfeil 16.11 Rollbalken und Schieberegler
Pfeil 16.11.1 Schieberegler (JSlider)
Pfeil 16.11.2 Rollbalken (JScrollBar)
Pfeil 16.12 Kontrollfelder, Optionsfelder, Kontrollfeldgruppen
Pfeil 16.12.1 Kontrollfelder (JCheckBox)
Pfeil 16.12.2 ItemSelectable, ItemListener und das ItemEvent
Pfeil 16.12.3 Sich gegenseitig ausschließende Optionen (JRadioButton)
Pfeil 16.13 Fortschritte bei Operationen überwachen
Pfeil 16.13.1 Fortschrittsbalken (JProgressBar)
Pfeil 16.13.2 Dialog mit Fortschrittsanzeige (ProgressMonitor)
Pfeil 16.14 Menüs und Symbolleisten
Pfeil 16.14.1 Die Menüleisten und die Einträge
Pfeil 16.14.2 Menüeinträge definieren
Pfeil 16.14.3 Einträge durch Action-Objekte beschreiben
Pfeil 16.14.4 Mit der Tastatur: Mnemonics und Shortcut
Pfeil 16.14.5 Der Tastatur-Shortcut (Accelerator)
Pfeil 16.14.6 Tastenkürzel (Mnemonics)
Pfeil 16.14.7 Symbolleisten alias Toolbars
Pfeil 16.14.8 Popup-Menüs
Pfeil 16.14.9 System-Tray nutzen
Pfeil 16.15 Das Model-View-Controller-Konzept
Pfeil 16.16 Auswahlmenüs, Listen und Spinner
Pfeil 16.16.1 Auswahlmenü (JComboBox)
Pfeil 16.16.2 Zuordnung einer Taste mit einem Eintrag
Pfeil 16.16.3 Datumsauswahl
Pfeil 16.16.4 Listen (JList)
Pfeil 16.16.5 Drehfeld (JSpinner)
Pfeil 16.17 Texteingabefelder
Pfeil 16.17.1 Text in einer Eingabezeile
Pfeil 16.17.2 Die Oberklasse der Text-Komponenten (JTextComponent)
Pfeil 16.17.3 Geschützte Eingaben (JPasswordField)
Pfeil 16.17.4 Validierende Eingabefelder (JFormattedTextField)
Pfeil 16.17.5 Einfache mehrzeilige Textfelder (JTextArea)
Pfeil 16.17.6 Editor-Klasse (JEditorPane)
Pfeil 16.18 Tabellen (JTable)
Pfeil 16.18.1 Ein eigenes Tabellen-Model
Pfeil 16.18.2 Basisklasse für eigene Modelle (AbstractTableModel)
Pfeil 16.18.3 Vorgefertigtes Standard-Modell (DefaultTableModel)
Pfeil 16.18.4 Ein eigener Renderer für Tabellen
Pfeil 16.18.5 Zell-Editoren
Pfeil 16.18.6 Größe und Umrandung der Zellen
Pfeil 16.18.7 Spalteninformationen
Pfeil 16.18.8 Tabellenkopf von Swing-Tabellen
Pfeil 16.18.9 Selektionen einer Tabelle
Pfeil 16.18.10 Automatisches Sortieren und Filtern mit RowSorter
Pfeil 16.19 Bäume (JTree)
Pfeil 16.19.1 JTree und sein TreeModel und TreeNode
Pfeil 16.19.2 Selektionen bemerken
Pfeil 16.19.3 Das TreeModel von JTree
Pfeil 16.20 JRootPane und JDesktopPane
Pfeil 16.20.1 Wurzelkomponente der Top-Level-Komponenten (JRootPane)
Pfeil 16.20.2 JDesktopPane und die Kinder JInternalFrame
Pfeil 16.21 Dialoge und Window-Objekte
Pfeil 16.21.1 JWindow und JDialog
Pfeil 16.21.2 Modal oder nicht-modal
Pfeil 16.21.3 Standarddialoge mit JOptionPane
Pfeil 16.21.4 Der Dateiauswahldialog
Pfeil 16.22 Flexibles Java-Look-and-Feel
Pfeil 16.22.1 Look and Feel global setzen
Pfeil 16.22.2 UIManager
Pfeil 16.22.3 Windowsoptik mit JGoodies Looks verbessern
Pfeil 16.23 Die Zwischenablage (Clipboard)
Pfeil 16.23.1 Clipboard-Objekte
Pfeil 16.23.2 Auf den Inhalt zugreifen mit Transferable
Pfeil 16.23.3 DataFlavor ist das Format der Daten in der Zwischenablage
Pfeil 16.23.4 Einfügungen in der Zwischenablage erkennen
Pfeil 16.23.5 Drag
Pfeil 16.24 Undo durchführen
Pfeil 16.25 AWT, Swing und die Threads
Pfeil 16.25.1 Ereignisschlange (EventQueue) und AWT-Event-Thread
Pfeil 16.25.2 Swing ist nicht Thread-sicher
Pfeil 16.25.3 invokeLater() und invokeAndWait()
Pfeil 16.25.4 SwingWorker
Pfeil 16.25.5 Eigene Ereignisse in die Queue setzen
Pfeil 16.25.6 Auf alle Ereignisse hören
Pfeil 16.26 Barrierefreiheit mit der Java Accessibility API
Pfeil 16.27 Zeitliches Ausführen mit dem javax.swing.Timer
Pfeil 16.28 Alternativen zu AWT und Swing
Pfeil 16.28.1 XML-Beschreibungen der Oberfläche: Swixml, XUL/Luxor
Pfeil 16.28.2 SWT (Standard Widget Toolkit)
Pfeil 16.29 Zum Weiterlesen


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16.25 AWT, Swing und die Threads Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift


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16.25.1 Ereignisschlange (EventQueue) und AWT-Event-Thread Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Benutzer erzeugt bei seiner Arbeit mit der Oberfläche Ereignisse. Diese werden entweder von den Peer-Objekten oder von Klassen der Applikation erzeugt. Bevor sie vom eigenen Programm bearbeitet werden, gelangen sie in eine Ereignisschlange (engl. event queue). Jedem Fenster ist eine eigene Event-Queue zugeordnet. Diese Event-Queue ist für Programmierer zugänglich und in einer plattformunabhängigen Klasse EventQueue implementiert. Elemente der Klasse sind Objekte vom Typ AWTEvent. Ein eigener Thread, der AWT-Event-Thread, läuft parallel zur Anwendung und arbeitet die angesammelten Ereignisse dieser Warteschlange ab.

Der AWT-Thread führt auch den Programmcode in den Listenern aus. Aus diesem Grund ist es ungünstig, in einen Event-Handler lang dauernden Programmcode zu legen, denn dann »steht« die grafische Applikation und lässt sich nicht fortsetzen, weil der AWT-Thread blockiert ist. Bei einer längeren Aktion in einem Event-Handler sollten wir einen separaten Thread starten, damit die grafische Oberfläche sofort wieder reaktionsfähig ist.


Beispiel Wenn eine Schaltfläche angeklickt wird, soll ein langer Text in den Puffer eingelesen werden:

ActionListener al = new ActionListener() { 
  public void actionPerformed( ActionEvent e ) { 
    new Thread( new ReaderThread(e.getActionCommand()) ).start(); 
  } 
};

In einer externen Klasse lesen wir zum Beispiel einen Text:

class ReaderThread implements Runnable 
{ 
  ReaderThread( String actionCommand ) 
  {
    // ... 
  } 
  public void run() { 
    // ... 
  } 
}
Eine Alternative ist der SwingWorker, den wir später im Abschnitt 16.25.4 vorstellen.

Unter dem AWT ist es kein Problem, wenn zwei Threads auf ein und dasselbe Oberflächen-element zugreifen. Bei Swing ist dies jedoch etwas anders, wie wir im nächsten Unterkapitel sehen werden.


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16.25.2 Swing ist nicht Thread-sicher Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Tatsache, dass das Swing-Toolkit nicht Thread-sicher ist, erstaunt vielleicht auf den ersten Blick. Das AWT ist Thread-sicher, da AWT auf Plattform-Peer-Elemente vertraut. In einer List-Box unter dem AWT ist es problemlos möglich, ein Element einzufügen und parallel zu löschen. Doch auf die Synchronisation bei Swing wurde aus zwei Gründen verzichtet:

  • Operationen können in Threads zu ärgerlichen Deadlock-Situationen führen.
  • Der Verzicht auf Synchronisation kann die Ausführungsgeschwindigkeit erhöhen.

Hinweis Gibt es konkurrierende Zugriffe auf Swing-Komponenten, kann es zu Exceptions der Art »Exception in thread "AWT-EventQueue-0"« kommen.


Erlaubte Methoden

Einige der Methoden sind Thread-sicher und dürfen von beliebigen anderen Threads aufgerufen werden.

  • Der Aufruf zum Neuzeichnen mit repaint() oder revalidate() für Größenänderung einer Komponente im Container.
  • Bei neuen Komponenten, die noch nicht etwa mit setVisible() bearbeitet wurden.
  • Die Eintragung von Listeners, etwa bei JComponent mit den Methoden addPropertyChangeListener(), removePropertyChangeListener() und addVetoableChangeListener(), removeVetoableChangeListener() ist sicher.
  • Bei JCheckBoxMenuItem ist es dann die einsame Methode setState(boolean), die synchronisiert ist. Es findet sich intern mal hier, mal da ein synchronisierter Block.

Ansonsten ist jedoch nicht viel dabei, und wir müssen unsere Teile synchronisiert ausführen. Um Programmstücke konform ausführen zu lassen, definiert Swing einige Methoden und Klassen. Dazu gehören:

  • invokeLater(Runnable)
  • invokeAndWait(Runnable)
  • JProgressBar
  • ProgressMonitor
  • ProgressMonitorInputStream
  • SwingWorker

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16.25.3 invokeLater() und invokeAndWait() Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Da Swing nicht Thread-sicher ist, bietet der AWT-Thread die einzige Möglichkeit zur Manipulation von Oberflächenelementen. Wenn wir es schaffen, dort die Aufträge einzureihen, dann wird nichts schiefgehen. Genau für diese Aufgabe gibt es in der Klasse EventQueue zwei statische Methoden: invokeLater() und invokeAndWait(). Damit lassen sich beliebige Programmstücke in die Warteschlange einführen. In der Warteschlange für das AWT liegen Aufträge und Ereignisse, die an die Oberflächenelemente verteilt werden. Alles spielt sich dabei neben dem Haupt-Thread ab, sodass Parallelität herrscht. Hat die Warteschlange alle Ereignisbehandler aufgerufen, kann der Programmcode von invokeLater() und invokeAndWait() durchlaufen werden. Den Funktionen wird ein Runnable-Objekt übergeben. Die beiden Funktionen erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse:

  • invokeLater() legt einen Runnable in die Warteschlange und kehrt sofort zurück. Die Funktion ist somit asynchron. Der Aufrufer weiß nicht, wann der Programmcode abgearbeitet wird.
  • invokeAndWait() legt ebenfalls einen Runnable in die Warteschlange, verharrt aber so lange in der Funktion, bis der Programmcode in run() aufgerufen wurde. Die Funktion ist also synchron.

Mit diesen statischen Methoden lassen sich jetzt alle Manipulationen an der Oberfläche durchführen.


Beispiel Ein Fortschrittsbalken JProgressBar mit dem Namen bar soll aus einem Nicht-AWT-Event-Thread einen Wert gesetzt bekommen:

EventQueue.invokeLater( new Runnable() 
{ 
  public void run() { 
    bar.setValue( i ); 
  } 
} );

Bei der Auswahl der beiden Funktionen haben wir uns für den Fortschrittsbalken für invokeLater() entschieden. Es ist in der Regel wenig sinnvoll, die Funktion so lange stehenzulassen, bis die Anzeige auch wirklich gezeichnet wurde.

Ein Problem stellt für sehr viele Applikationen leider die Tatsache dar, dass das Objekt zur Manipulation immer irgendwie sichtbar sein muss. Hier soll bar einfach direkt für die innere Klasse sichtbar sein.

Die Funktionen invokeLater() und invokeAndWait() befinden sich nicht nur in der Klasse EventQueue, sondern sind noch einmal in der Klasse SwingUtilities untergebracht. Daher ist es gleichgültig, ob wir EventQueue.invokeXXX() oder SwingUtilities.invokeXXX() schreiben. SwingUtilities hat vielleicht den Vorteil, dass das Paket java.awt für die EventQueue nicht importiert werden muss, sonst gibt es aber keinen Unterschied.

Implementierung

Genehmigen wir uns abschließend noch einen kurzen Blick auf die Implementierung. Es lässt sich schon erahnen, dass invokeLater() einfacher ist:

public static void invokeLater( Runnable runnable ) 
{ 
  Toolkit.getEventQueue().postEvent( 
    new InvocationEvent(Toolkit.getDefaultToolkit(), runnable) ); 
}

Das Ereignis, das in die Event-Queue kommt, ist vom Typ InvocationEvent und damit ein AWTEvent. Wir übergeben unser Runnable-Objekt, damit der AWT-Thread später die run()-Methode aufrufen kann.

Die Funktion invokeAndWait() ist etwas komplizierter; wir wollen von der Implementierung nur wenige Zeilen betrachten. Im Prinzip leistet die Funktion das Gleiche wie invokeLater(); auch sie muss das InvocationEvent in die Warteschlange legen. Hinzu kommt jedoch, dass invokeAndWait() auf das Ende des Threads warten muss:

InvocationEvent event = new InvocationEvent( 
    Toolkit.getDefaultToolkit(), runnable, lock, true); 
synchronized (lock) { 
    Toolkit.getEventQueue().postEvent(event); 
    lock.wait(); 
}

Das konstruierte InvocationEvent bekommt als Argument wieder das runnable. Jetzt erhält es aber zusätzlich ein Lock-Objekt. Wenn der AWT-Thread durch die Ereignis-Warteschlange geht und das InvocationEvent sieht, führt er wieder die run()-Methode aus. Anschließend informiert er über notify() das wartende Objekt. Dann steigt invokeAndWait() aus dem synchronized-Block aus, und es geht weiter.


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16.25.4 SwingWorker Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem SwingWorker aus Java 6 (für frühere Java-Versionen liegt eine Version mit Dokumentation unter https://swingworker.dev.java.net/ vor) ist es einfach möglich, längere Programmteile im Hintergrund von einem Nicht-AWT-Thread abarbeiten zu lassen und dann später die Ergebnisse über den AWT-Thread wieder in die GUI einfließen zu lassen.

Für einen eigenen SwingWorker ist zunächst eine Unterklasse von javax.swing.SwingWorker zu bilden. Wir wollen eine Klasse ClockPrecision angeben, die zwei Sekunden wartet und dabei die Zeit misst – das Ergebnis ist durch Ungenauigkeit nicht wirklich 2 Sekunden. Wir interessieren uns hier für die Ungenauigkeit. Nach Ablauf der Zeit soll der SwingWorker das Ergebnis auf die Schaltfläche schreiben, die auch der Auslöser für die Warterei ist.

Listing 16.73 com/tutego/insel/ui/event/SwingWorkerDemo.java

package com.tutego.insel.ui.event; 
 
import java.awt.event.*; 
import javax.swing.*; 
 
public class SwingWorkerDemo extends JFrame 
{ 
  JButton button = new JButton( "Change my mind!" ); 
 
  SwingWorkerDemo() 
  { 
    setDefaultCloseOperation( JFrame.EXIT_ON_CLOSE ); 
    add( button ); 
 
    ActionListener al = new ActionListener() { 
      @Override public void actionPerformed( ActionEvent e ) 
      { 
        new ClockPrecision().execute(); 
      } 
    }; 
 
    button.addActionListener( al ); 
 
    pack(); 
  } 
 
  class ClockPrecision extends SwingWorker<Long, Object> 
  { 
    @Override public Long doInBackground() 
    { 
      long startNano = System.nanoTime(); 
      try { Thread.sleep( 2000 ); } catch ( InterruptedException e ) { } 
      return (System.nanoTime() – startNano ) / (1000*1000); 
    } 
 
    @Override protected void done() 
    { 
      try 
      { 
        button.setText( "" + get() ); 
      } 
 
      catch ( /* InterruptedException, ExecutionException */ Exception e ) { } 
    } 
  } 
 
  public static void main( String[] args ) 
  { 
    new SwingWorkerDemo().setVisible( true ); 
  } 
}

Die Methode done() bekommt die Rückgabe von doInBackground() über die get()-Methode. Unser SwingWorker durchläuft mehrere Phasen, an denen wir uns durch Überschreiben einiger Methoden aktiv beteiligen:

  • Es beginnt mit execute(), was den SwingWorker dazu bewegt, einen so genannten Worker-Thread aufzubauen.
  • Der Worker-Thread ruft doInBackground() auf, in den wir unseren im Hintergrund auszuführenden Programmteil setzen. Der Rückgabetyp ist durch die generische Verwendung frei wählbar. Da SwingWorker auch vom Typ Future ist, kann das Ergebnis einer Berechnung get() liefern. Sind mit addPropertyChangeListener() neue PropertyChangeListeners angemeldet, können wir sie mit firePropertyChange() aufrufen und während der Verarbeitung Status-Ereignisse schicken. Es erlaubt publish() das Absenden von Zwischenergebnissen, die sich unter dem AWT-Event in process() verarbeiten lassen. Dieser Typ kann ein anderer als der von get() sein, und so bestimmt die zweite Typvariable der generischen Klasse diesen Typ.
  • Am Ende des Worker-Threads kommt es im AWT-Event-Thread zu einem Aufruf von done(), wo wir unsere Swing-Operationen vornehmen können.

Der API-Dokumentation ist Weiteres zu entnehmen.


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16.25.5 Eigene Ereignisse in die Queue setzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Es ist ohne großen Umweg möglich, eigene Ereignisse zu erzeugen und in der EventQueue zu platzieren. Damit lassen sich beispielsweise Eingaben des Benutzers emulieren. Da alle Ereignisse von Komponenten von AWTEvent erben, lässt sich ein ActionEvent erzeugen, das dann wiederum von einem interessierten Listener entgegengenommen wird. Jetzt fehlt uns nur noch eine Methode, die Ereignisse in die Schlange setzt. Dazu bietet die Klasse EventQueue die postEvent() an. Im Beispiel sehen wir die notwendigen Aufrufe, um beginnend vom Toolkit an die SystemEventQueue zu kommen:

Toolkit.getDefaultToolkit().getSystemEventQueue(). 
  postEvent( 
   new ActionEvent( /* Object source, int id, String command */ ) 
  );

class java.awt.Toolkit

  • final EventQueue getSystemEventQueue()
    Liefert ein Exemplar der EventQueue für eine Applikation oder ein Applet. Eine SecurityException wird ausgelöst, falls der Security-Manager den Zugriff auf EventQueue verbietet.

class java.awt.EventQueue

  • void postEvent( AWTEvent theEvent )
    Legt ein Ereignis in die EventQueue. Danach werden vorhandene EventQueueListeners und notifyEventQueueListeners aufgerufen.

Einer Komponente ein Ereignis schicken

Ist die Komponente bekannt, der ein Ereignis geschickt werden soll, lässt sich die Component-Methode dispatchEvent(AWTEvent e) verwenden. Sie sendet ein AWTEvent – die Basisklasse aller AWT-Ereignisse – an die Komponente, womit alle Listener aufgerufen werden. Für die Aktivierung einer Schaltfläche b lautet es dann:

b.dispatchEvent( new ActionEvent(b,ActionEvent.ACTION_PERFORMED, "text") );

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16.25.6 Auf alle Ereignisse hören topZur vorigen Überschrift

Um keine Ereignisse zu versäumen, lässt sich über das Toolkit ein Super-Listener anmelden. Dieser Listener ist vom Typ AWTEventListener, der über addAWTEventListener() mit dem Toolkit verbunden wird:

AWTEventListener ael = new AWTEventListener() { 
  public void eventDispatched( AWTEvent event ) { 
  } 
}; 
Toolkit.getDefaultToolkit().addAWTEventListener( ael, mask );

Die mask bestimmt den Typ der gemeldeten AWTEvents. Hier kann für Mausbewegungen etwa AWTEvent.MOUSE_MOTION_EVENT_MASK stehen.



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