Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Angewandte Objektorientierung
8 Exceptions
9 Generics, innere Klassen
10 Die Klassenbibliothek
11 Threads und nebenläufige Programmierung
12 Datenstrukturen und Algorithmen
13 Raum und Zeit
14 Dateien und Datenströme
15 Die eXtensible Markup Language (XML)
16 Grafische Oberflächen mit Swing
17 Grafikprogrammierung
18 Netzwerkprogrammierung
19 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
20 JavaServer Pages und Servlets
21 Applets
22 Midlets und die Java ME
23 Datenbankmanagement mit JDBC
24 Reflection und Annotationen
25 Logging und Monitoring
26 Sicherheitskonzepte
27 Java Native Interface (JNI)
28 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
Stichwort

Download:
- ZIP, ca. 14,1 MB
Buch bestellen
Ihre Meinung?

Spacer
<< zurück
Java ist auch eine Insel (8. Auflage) von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel (8. Auflage)

Java ist auch eine Insel (8. Aufl.)
8., aktual. Auflage, geb., mit DVD
1.475 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1371-4
Pfeil 14 Dateien und Datenströme
Pfeil 14.1 Datei und Verzeichnis
Pfeil 14.1.1 Dateien und Verzeichnisse mit der Klasse File
Pfeil 14.1.2 Verzeichnis oder Datei? Existiert es?
Pfeil 14.1.3 Verzeichnis- und Dateieigenschaften/-attribute
Pfeil 14.1.4 Wurzelverzeichnis, Laufwerksnamen, Plattenspeicher
Pfeil 14.1.5 Umbenennen und Verzeichnisse anlegen
Pfeil 14.1.6 Verzeichnisse listen und Dateien filtern
Pfeil 14.1.7 Dateien berühren, neue Dateien anlegen, temporäre Dateien
Pfeil 14.1.8 Dateien und Verzeichnisse löschen
Pfeil 14.1.9 Verzeichnisse nach Dateien iterativ durchsuchen
Pfeil 14.1.10 URL- und URI-Objekte aus einem File-Objekt ableiten
Pfeil 14.1.11 Mit Locking Dateien sperren
Pfeil 14.1.12 Sicherheitsprüfung
Pfeil 14.2 Dateien mit wahlfreiem Zugriff
Pfeil 14.2.1 Ein RandomAccessFile zum Lesen und Schreiben öffnen
Pfeil 14.2.2 Aus dem RandomAccessFile lesen
Pfeil 14.2.3 Schreiben mit RandomAccessFile
Pfeil 14.2.4 Die Länge des RandomAccessFile
Pfeil 14.2.5 Hin und her in der Datei
Pfeil 14.3 Stream-Klassen und Reader/Writer am Beispiel von Dateien
Pfeil 14.3.1 Mit dem FileWriter Texte in Dateien schreiben
Pfeil 14.3.2 Zeichen mit der Klasse FileReader lesen
Pfeil 14.3.3 Kopieren mit FileOutputStream und FileInputStream
Pfeil 14.3.4 Das FileDescriptor-Objekt
Pfeil 14.4 Basisklassen für die Ein-/Ausgabe
Pfeil 14.4.1 Die abstrakten Basisklassen
Pfeil 14.4.2 Übersicht über Ein-/Ausgabeklassen
Pfeil 14.4.3 Die abstrakte Basisklasse OutputStream
Pfeil 14.4.4 Die Schnittstellen Closeable und Flushable
Pfeil 14.4.5 Ein Datenschlucker
Pfeil 14.4.6 Die abstrakte Basisklasse InputStream
Pfeil 14.4.7 Ressourcen aus dem Klassenpfad und aus Jar–Archiven laden
Pfeil 14.4.8 Ströme mit SequenceInputStream zusammensetzen
Pfeil 14.4.9 Die abstrakte Basisklasse Writer
Pfeil 14.4.10 Die Schnittstelle Appendable
Pfeil 14.4.11 Die abstrakte Basisklasse Reader
Pfeil 14.5 Formatierte Textausgaben
Pfeil 14.5.1 Die Klassen PrintWriter und PrintStream
Pfeil 14.5.2 System.out, System.err und System.in
Pfeil 14.5.3 Geschützte Passwort-Eingaben mit der Klasse Console
Pfeil 14.6 Schreiben und Lesen aus Strings und Byte-Feldern
Pfeil 14.6.1 Mit dem StringWriter ein String-Objekt füllen
Pfeil 14.6.2 CharArrayWriter
Pfeil 14.6.3 StringReader und CharArrayReader
Pfeil 14.6.4 Mit ByteArrayOutputStream in ein Byte-Feld schreiben
Pfeil 14.6.5 Mit ByteArrayInputStream aus einem Byte-Feld lesen
Pfeil 14.7 Datenströme filtern und verketten
Pfeil 14.7.1 Streams als Filter verketten
Pfeil 14.7.2 Gepufferte Ausgaben mit BufferedWriter/BufferedOutputStream
Pfeil 14.7.3 Gepufferte Eingaben mit BufferedReader/BufferedInputStream
Pfeil 14.7.4 LineNumberReader zählt automatisch Zeilen mit
Pfeil 14.7.5 Daten mit der Klasse PushbackReader zurücklegen
Pfeil 14.7.6 DataOutputStream/DataInputStream
Pfeil 14.7.7 Basisklassen für Filter
Pfeil 14.7.8 Die Basisklasse FilterWriter
Pfeil 14.7.9 Ein LowerCaseWriter
Pfeil 14.7.10 Eingaben mit der Klasse FilterReader filtern
Pfeil 14.8 Vermittler zwischen Byte-Streams und Unicode-Strömen
Pfeil 14.8.1 Datenkonvertierung durch den OutputStreamWriter
Pfeil 14.8.2 Automatische Konvertierungen mit dem InputStreamReader
Pfeil 14.9 Kommunikation zwischen Threads mit Pipes
Pfeil 14.9.1 PipedOutputStream und PipedInputStream
Pfeil 14.9.2 PipedWriter und PipedReader
Pfeil 14.10 Datenkompression
Pfeil 14.10.1 Java-Unterstützung beim Komprimieren
Pfeil 14.10.2 Datenströme komprimieren
Pfeil 14.10.3 Zip-Archive
Pfeil 14.10.4 Jar-Archive
Pfeil 14.11 Prüfsummen
Pfeil 14.11.1 Die Schnittstelle Checksum
Pfeil 14.11.2 Die Klasse CRC32
Pfeil 14.11.3 Die Adler32-Klasse
Pfeil 14.12 Persistente Objekte und Serialisierung
Pfeil 14.12.1 Objekte mit der Standard-Serialisierung speichern und lesen
Pfeil 14.12.2 Zwei einfache Anwendungen der Serialisierung
Pfeil 14.12.3 Die Schnittstelle Serializable
Pfeil 14.12.4 Nicht serialisierbare Attribute aussparen
Pfeil 14.12.5 Das Abspeichern selbst in die Hand nehmen
Pfeil 14.12.6 Tiefe Objektkopien
Pfeil 14.12.7 Versionenverwaltung und die SUID
Pfeil 14.12.8 Wie die ArrayList serialisiert
Pfeil 14.12.9 Probleme mit der Serialisierung
Pfeil 14.12.10 Serialisieren in XML-Dateien
Pfeil 14.12.11 JavaBeans Persistence
Pfeil 14.12.12 XStream
Pfeil 14.13 Tokenizer
Pfeil 14.13.1 StreamTokenizer
Pfeil 14.13.2 CSV-Dateien verarbeiten
Pfeil 14.14 Zum Weiterlesen


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

14.5 Formatierte Textausgaben Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Um mit einem Writer oder OutputStream komfortable Zeichenfolgen – zum Beispiel String-Repräsentationen primitiver Datentypen – zu erzeugen, ist eine Menge Schreibaufwand nötig, da ein einfacher Writer nur Zeichen bzw. Strings und ein simpler OutputStream sogar nur Bytes oder Byte-Folgen schreibt. Dieses Unterkapitel stellt die beiden Klassen PrintWriter und PrintStream vor, die das Erzeugen textueller Ausgaben vereinfachen und das Ergebnis in einen Zielstrom oder in eine Datei schreiben.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

14.5.1 Die Klassen PrintWriter und PrintStream Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Schon in den ersten Programmen haben wir ein PrintStream-Objekt verwendet – doch vermutlich, ohne es zu wissen. Es steckte im out-Attribut der Klasse System. Typisch für PrintStream und PrintWriter sind die vielen überladenen Methoden namens print(), println(), printf() und format(), die unterschiedliche Datentypen annehmen und eine String-Repräsentation erzeugen. Anders als viele Strom-Klassen erzeugen die Klassen bei Schreibproblemen keine IOException, sondern setzen intern ein Flag, das durch die Methode checkError() nach außen kommt.


Beispiel Schreibe eine Zeichenkette und die String-Repräsentation des aktuellen Datums in eine Datei:

Listing 14.20 com/tutego/insel/io/stream/WriteInFile.java, main()

PrintWriter out = new PrintWriter( "c:/datei.txt" ); 
out.println( "Hallo Welt!" );
out.print( "Es ist " ); 
out.printf( "%tT Uhr.", new Date() ); 
out.close();

Obwohl die Methoden selbst keine Ausnahmen auslösen können, kann es doch dieser spezielle Konstruktor, der in eine Datei schreibt.


Konstruktoren

Die Konstruktoren von PrintStream und PrintWriter erwarten entweder ein Objekt vom Typ OutputStream, Writer (nur PrintWriter), File oder einen String für den Dateinamen, in dem die Ausgabe geschrieben wird. Mit den beiden zuletzt genannten Konstruktoren wird der PrintWriter/PrintStream nicht als Dekorator um einen existierenden Writer/Stream eingesetzt; es muss also kein FileWriter in den Konstruktor von PrintWriter bzw. FileOutputStream im Konstruktor von PrintStream gesetzt werden, um in eine Datei zu schreiben.

Technisch gesehen ist ein PrintStream eine Unterklasse von FilterOutputStream. (Interessanterweise gilt das für PrintWriter nicht, das direkt eine Unterklasse von Writer ist.)


class java.io.PrintWriter       class java.io.PrintStream 
extends Writer                  extends FilterOutputStream 
                                implements Appendable, Closeable

  • PrintWriter( File file ) throws FileNotFoundException
  • PrintStream( File file ) throws FileNotFoundException
  • PrintWriter( String fileName )
  • PrintStream( String fileName )
  • PrintWriter( Writer out )
  • PrintWriter( OutputStream out )
  • PrintStream( OutputStream out )
    Erzeugt einen neuen PrintWriter bzw. PrintStream, der in die angegebene Datei – die entweder durch den Dateinamen oder ein File-Objekt gegeben ist –, den Writer beziehungsweise OutputStream schreibt. Bei einem Zeilenende wird nicht automatisch in den Puffer geschrieben.

Auto-Flush

Die Ausgabe in den PrintWriter und PrintStream ist so lange gepuffert, bis flush() ausgeführt wird. Das Verhalten lässt sich mit einem Schalter ändern, denn einige Konstruktoren nehmen optional ein »Auto-Flush« an, das bestimmt, ob die Daten bei einem println() oder einem printf() bzw. format() mit explizitem »%n« aus dem Puffer gespült werden. So schreibt println("Hallo") auf jeden Fall den String in den Datenstrom, wenn der Konstruktor mit autoFlush gleich true aufgerufen wurde, und keine Daten bleiben im Puffer. Für den PrintStream gilt zusätzlich beim aktivierten Auto-Flush, dass bei jedem Byte »\n« in der Zeichenkette der Puffer geleert wird, also auch bei Zeichen, die über die write()-Methoden geschrieben werden.


class java.io.PrintWriter       class java.io.PrintStream 
extends Writer                  extends FilterOutputStream 
                                implements Appendable, Closeable

  • PrintWriter( Writer out, boolean autoFlush )
  • PrintWriter( OutputStream out, boolean autoFlush )
  • PrintStream( OutputStream out, boolean autoFlush )
    Erzeugt einen neuen PrintWriter beziehungsweise PrintStream, der automatisch bei autoFlush gleich true am Zeilenende mittels println()in den Puffer schreibt.

Konvertierungen

Die Konvertierung in Byte geschieht nach der Standard-Kodierung der Plattform oder wie im Konstruktor angegeben.


class java.io.PrintWriter       class java.io.PrintStream 
extends Writer                  extends FilterOutputStream 
                                implements Appendable, Closeable

  • PrintWriter( File file, String csn ) throws FileNotFoundException, UnsupportedEncodingException
  • PrintStream( File file, String csn ) throws FileNotFoundException, UnsupportedEncodingException
  • PrintWriter( String fileName, String csn ) throws FileNotFoundException, UnsupportedEncodingException
  • PrintStream( String fileName, String csn ) throws FileNotFoundException, UnsupportedEncodingException Erzeugt einen neuen PrintWriter zum Schreiben in Dateien mit den angegebenen Kodierungen.
  • PrintStream( OutputStream out, boolean autoFlush, String encoding ) throws UnsupportedEncodingException Erzeugt einen PrintStream mit gewünschter Pufferleerung und Zeichenkodierung.

Methodenübersicht

Als Methoden bieten PrintWriter und PrintStream im Wesentlichen das Gleiche: eine Reihe von print(), println(), format(), printf() sowie append()-Methoden aus Appendable.


class java.io.PrintWriter       class java.io.PrintStream 
extends Writer                  extends FilterOutputStream 
                                implements Appendable, Closeable

  • void print( boolean | char | char[] | double | float | int | String )
    Schreibt boolean, ein einzelnes Zeichen, ein Array von Zeichen, Fließkommazahlen, Ganzzahlen oder einen String. Ist das Char-Feld null, gibt es eine NullPointerException.
  • void print( Object o )
    Ruft o.toString() auf und gibt das Ergebnis aus, wenn o ungleich null ist. Sonst ist die Ausgabe null.
  • void println()
    Schreibt Zeilenvorschubzeichen.
  • void println( boolean | char | char[] | double | float | int | Object | String )
    Schreibt den Datentyp wie print() und schließt die Zeile mit einem Zeilenendezeichen ab.
  • PrintWriter/PrintStream format( Locale l, String format, Object... args )
  • PrintWriter/PrintStream format( String format, Object... args )
  • PrintWriter/PrintStream printf( Locale l, String format, Object... args )
  • PrintWriter/PrintStream printf( String format, Object... args )
    Gibt eine nach dem Formatierungsstring gegebene Zeichenfolge aus. Ist das Format null, folgt eine NullPointerException; bei inkorrektem Formatierungsstring folgt eine IllegalFormatException.
  • PrintWriter/PrintStream append( char c )
  • PrintWriter/PrintStream append( CharSequence csq )
  • PrintWriter/PrintStream append( CharSequence csq, int start, int end )
    Schreibt Zeichen, Felder von Zeichen oder einen String. Die append()-Methoden stammen aus der Schnittstelle Appendable.
  • void close()
    Schließt den Stream. Methode aus Closeable.
  • void flush()
    Schreibt gepufferte Daten. Aus Flushable.

Der PrintWriter und PrintStream implementieren als typischer Writer und OutputStream noch die write()-Methoden; einmal mit char und einmal mit byte.

Umgang im Fehlerfall

Keine der Methoden löst eine IOException aus (nur die Konstruktoren können eine FileNotFoundException, also eine IOException auslösen). Intern fangen der PrintWriter und PrintStream mögliche IOExceptions ab und setzen ein internes Flag trouble, auf das der Pro-grammablauf jedoch keinen weiteren Einfluss hat. (Daher musste auch die Methode write(String) neu deklariert werden, da die Methode write(String) der Writer-Klasse eine IOException auslöst.) Den Fehlerstatus erfragt checkError().


class java.io.PrintWriter       class java.io.PrintStream 
extends Writer                  extends FilterOutputStream 
                                implements Appendable, Closeable

  • boolean checkError()
    Schreibt mit flush() gepufferte Daten und testet, ob intern bei der Verarbeitung eine IOException (außer InterruptedIOException) aufgetreten ist oder manuell setError() aufgerufen wurde. Die Abfrage ist wichtig, da die Klasse keine Ein-/Ausgabe-Exception auslöst.
  • protected void setError()
    Setzt den Fehlerstatus auf true. Mit der protected-Methode können Unterklassen eines PrintWriter den Fehlerstatus setzen, den checkError() einbezieht.
  • protected void clearError()
    Löscht den internen Fehlerstatus.

Galileo Computing - Zum Seitenanfang

14.5.2 System.out, System.err und System.in Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für die Standardeingabe- und Ausgabegeräte, die normalerweise Tastatur und Bildschirm sind, sind Stream-Exemplare vorgesehen, die beim Laden der Klasse System automatisch erzeugt und von uns genutzt werden können. Dies ist zum einen das Objekt hinter System.in für die Eingabe und zum anderen das Objekt System.out für die Ausgabe. System.in ist ein Exemplar der Klasse InputStream (genauer gesagt vom Typ BufferedInputStream), und System.out beziehungsweise System.err ist ein Exemplar von PrintStream.


final class java.lang.System

  • static final InputStream in
    Dies ist der Standardeingabestrom. Er ist immer geöffnet und nimmt die Benutzereingaben normalerweise über die Tastatur entgegen.
  • static final PrintStream out
    Der Standardausgabestrom. Er ist immer geöffnet und normalerweise mit der Bildschirmausgabe verbunden.
  • static final PrintStream err
    Der Standard-Fehlerausgabestrom. Er wurde eingeführt, um die Fehlermeldungen von den Ausgabemeldungen zu unterscheiden. Auch wenn der Ausgabekanal umgeleitet wird, bleiben diese Meldungen erreichbar.

Beispiel In eigenen Projekten gibt es selten die Notwendigkeit für PrintStream, da die Bytes nicht in einer speziellen Kodierung geschrieben werden. Wir stützen uns auf die Klasse PrintWriter, die die abstrakte Klasse Writer erweitert. Das Attribut System.out bleibt weiterhin vom Typ PrintStream, und die Deklaration PrintWriter o = System.out ist falsch. Wenn die Standard-Kodierung in Ordnung ist, kann PrintStream für Debug-Code auf die Konsole mittels System.out verwendet werden. Sonst ist PrintWriter eine bessere Wahl, der auch nach System.out schreiben kann:

PrintWriter o = new PrintWriter( System.out );

Schreibarbeit sparen

Natürlich ist es Schreibarbeit, immer System.out.printXXX() angeben zu müssen, so wie in:

System.out.println( "Das Programm gibt die Ausgabe:" ); 
System.out.println( 1.234 ); 
System.out.println( "Die drei Fragezeichen sind toll." );

Eine Möglichkeit besteht darin, das statische import zu nutzen. Doch auch mit einem Verweis können wir uns Arbeit sparen. Das Ganze funktioniert, da System.out ein Objekt vom Typ PrintStream ist.

final PrintStream o = System.out; 
o.println( "Neu!" ); 
o.println( "Jetzt noch weniger zu schreiben." ); 
o.println( "Hilft auch Gelenken wieder auf die Sprünge!" );

Ströme umlenken

Die Ströme hinter System.out, System.err und System.in sind vom Laufzeitsystem vorbelegt und lassen sich ändern. Dazu definiert die Klasse System drei statische Funktionen:


final class java.lang.System

  • static void setOut( PrintStream out )
  • static void setErr( PrintStream err )
    Der Standardausgabekanal/Fehlerkanal wird auf den angegebenen PrintStream gesetzt.
  • static void setIn( InputStream in )
    Der Eingabestrom kann umgesetzt werden, um beispielsweise aus einer Datei oder Netzwerkverbindung Daten zu beziehen, die an in anliegen sollen.

Für Applikationen ist es nur möglich, über die drei genannten Methoden die Standardeingabe auf einen beliebigen InputStream und die Standardausgabe auf einen beliebigen PrintStream umzuleiten. Sehr erstaunlich in der System-Klasse ist die Tatsache, dass die Attribute in, out und err final sind und daher eigentlich nicht geändert werden können. Hier greift Sun tief in die Trickkiste.

Den Bildschirm löschen und Textausgaben optisch aufwerten

Die Java-Umgebung setzt keine spezielle grafische Architektur voraus und kein spezielles Terminal. Als systemunabhängige Programmiersprache bietet Java außer der einfachen Textausgabe keine Möglichkeit, die Farben für die Textzeichen zu ändern, den Cursor zu setzen oder den Bildschirm zu löschen.

Ein VT100-Terminal speichert neben dem Text auch Attribute, und es existieren unterschiedliche Kontrollsequenzen, sodass die Konsole Text formatiert ausgegeben kann. Wir können bei einem VT100-Terminal Kontrollzeichen über System.out ausgeben und so zum Beispiel den Bildschirm löschen.

System.out.println( "\u001b[H\u001b[2J" );

Diese Kontrollzeichen sind kryptisch, und so gibt es eine Curses-Bibliothek, mit der Entwickler auf einem VT100-Terminal Zeichenattribute auf der Konsole ändern, den Cursor zum Wandern bringen und einfache ASCII-Fenster erstellen können. Unter Unix implementiert ncurses die Funktionalität – unter Windows gibt es Vergleichbares als PDCurses. Zwei bekanntere Open-Source-Bibliotheken bieten Java Zugriff auf die Curses-Bibliothek: CHARVA (http://www.pitman.co.za/projects/charva/) und Jcurzez (http://www.nongnu.org/jcurzez/).


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

14.5.3 Geschützte Passwort-Eingaben mit der Klasse Console topZur vorigen Überschrift

Neu in Java 6 ist die Klasse java.io.Console, von der System.console() ein aktuelles Exemplar liefert – oder null bei einem System ohne Konsolenmöglichkeit. Das Console-Objekt ermöglicht übliche Ausgaben und Eingaben und insbesondere mit readPassword() eine Möglichkeit zur Eingabe ohne Echo der eingegebenen Zeichen.


Beispiel Lies ein Passwort ein, und gib es auf der Konsole aus:

Listing 14.21 com/tutego/insel/io/PasswordFromConsole.java, main()

if ( System.console() != null ) 
{ 
  String passwd = new String( System.console().readPassword() ); 
  System.out.println( passwd ); 
}



Ihr Kommentar

Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen? Wir freuen uns immer über Ihre freundlichen und kritischen Rückmeldungen.






<< zurück
  Zum Katalog
Zum Katalog: Java ist auch eine Insel





Java ist auch eine Insel
Jetzt bestellen


 Ihre Meinung?
Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen?
Ihre Meinung

 Tipp
Zum Katalog: Coding for Fun





 Coding for Fun


 Buchempfehlungen
Zum Katalog: Objektorientierte Programmierung





 Objektorientierte
 Programmierung


Zum Katalog: Einstieg in Eclipse 3.4






 Einstieg in
 Eclipse 3.4


Zum Katalog: Java 6 lernen mit Eclipse






 Java 6 lernen
 mit Eclipse


Zum Katalog: NetBeans Platform 6






 NetBeans
 Platform 6


Zum Katalog: Java und XML






 Java und XML


Zum Katalog: Visual C# 2008






 Visual C# 2008


Zum Katalog: IT-Handbuch für Fachinformatiker






 IT-Handbuch für
 Fachinformatiker


Zum Katalog: C++ von A bis Z






 C++ von A bis Z


 Shopping
Versandkostenfrei bestellen in Deutschland und Österreich
InfoInfo




Copyright © Galileo Press 2009
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Galileo Computing]

Galileo Press, Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, info@galileo-press.de