Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Angewandte Objektorientierung
8 Exceptions
9 Generics, innere Klassen
10 Die Klassenbibliothek
11 Threads und nebenläufige Programmierung
12 Datenstrukturen und Algorithmen
13 Raum und Zeit
14 Dateien und Datenströme
15 Die eXtensible Markup Language (XML)
16 Grafische Oberflächen mit Swing
17 Grafikprogrammierung
18 Netzwerkprogrammierung
19 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
20 JavaServer Pages und Servlets
21 Applets
22 Midlets und die Java ME
23 Datenbankmanagement mit JDBC
24 Reflection und Annotationen
25 Logging und Monitoring
26 Sicherheitskonzepte
27 Java Native Interface (JNI)
28 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
Stichwort

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Java ist auch eine Insel (8. Auflage) von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel (8. Auflage)

Java ist auch eine Insel (8. Aufl.)
8., aktual. Auflage, geb., mit DVD
1.475 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1371-4
Pfeil 6 Eigene Klassen schreiben
Pfeil 6.1 Eigene Klassen mit Eigenschaften deklarieren
Pfeil 6.1.1 Attribute deklarieren
Pfeil 6.1.2 Methoden deklarieren
Pfeil 6.1.3 Die this-Referenz
Pfeil 6.2 Privatsphäre und Sichtbarkeit
Pfeil 6.2.1 Für die Öffentlichkeit: public
Pfeil 6.2.2 Kein Public Viewing – Passwörter sind privat
Pfeil 6.2.3 Wieso nicht freie Methoden und Variablen für alle?
Pfeil 6.2.4 Privat ist nicht ganz privat: Es kommt darauf an, wer’s sieht
Pfeil 6.2.5 Zugriffsmethoden für Attribute deklarieren
Pfeil 6.2.6 Setter und Getter nach der JavaBeans-Spezifikation
Pfeil 6.2.7 Paketsichtbar
Pfeil 6.2.8 Zusammenfassung zur Sichtbarkeit
Pfeil 6.3 Statische Methoden und statische Attribute
Pfeil 6.3.1 Warum statische Eigenschaften sinnvoll sind
Pfeil 6.3.2 Statische Eigenschaften mit static
Pfeil 6.3.3 Statische Eigenschaften über Referenzen nutzen?
Pfeil 6.3.4 Warum die Groß- und Kleinschreibung wichtig ist
Pfeil 6.3.5 Statische Variablen zum Datenaustausch
Pfeil 6.3.6 Statische Eigenschaften und Objekteigenschaften
Pfeil 6.4 Konstanten und Aufzählungen
Pfeil 6.4.1 Konstanten über öffentliche statische finale Variablen
Pfeil 6.4.2 Eincompilierte Belegungen der Klassenvariablen
Pfeil 6.4.3 Typ(un)sichere Aufzählungen
Pfeil 6.4.4 Aufzählungen mit enum
Pfeil 6.5 Objekte anlegen und zerstören
Pfeil 6.5.1 Konstruktoren schreiben
Pfeil 6.5.2 Der Default-Konstruktor
Pfeil 6.5.3 Parametrisierte und überladene Konstruktoren
Pfeil 6.5.4 Copy-Konstruktor
Pfeil 6.5.5 Einen anderen Konstruktor der gleichen Klasse aufrufen
Pfeil 6.5.6 Ihr fehlt uns nicht – der Garbage-Collector
Pfeil 6.5.7 Private Konstruktoren, Utility-Klassen, Singleton, Fabriken
Pfeil 6.6 Klassen- und Objektinitialisierung
Pfeil 6.6.1 Initialisierung von Objektvariablen
Pfeil 6.6.2 Statische Blöcke als Klasseninitialisierer
Pfeil 6.6.3 Initialisierung von Klassenvariablen
Pfeil 6.6.4 Exemplarinitialisierer (Instanzinitialisierer)
Pfeil 6.6.5 Finale Werte im Konstruktor und in statischen Blöcken setzen
Pfeil 6.7 Assoziationen zwischen Objekten
Pfeil 6.7.1 Unidirektionale 1:1-Beziehung
Pfeil 6.7.2 Bidirektionale 1:1-Beziehungen
Pfeil 6.7.3 Unidirektionale 1:n-Beziehung
Pfeil 6.8 Vererbung
Pfeil 6.8.1 Vererbung in Java
Pfeil 6.8.2 Spielobjekte modelliert
Pfeil 6.8.3 Implizite Basisklasse java.lang.Object
Pfeil 6.8.4 Einfach- und Mehrfachvererbung
Pfeil 6.8.5 Sichtbarkeit protected
Pfeil 6.8.6 Konstruktoren in der Vererbung und super
Pfeil 6.9 Typen in Hierarchien
Pfeil 6.9.1 Automatische und explizite Typanpassung
Pfeil 6.9.2 Das Substitutionsprinzip
Pfeil 6.9.3 Typen mit dem binären Operator instanceof testen
Pfeil 6.10 Methoden überschreiben
Pfeil 6.10.1 Methoden in Unterklassen mit neuem Verhalten ausstatten
Pfeil 6.10.2 Mit super an die Eltern
Pfeil 6.10.3 Finale Klassen und finale Methoden
Pfeil 6.10.4 Kovariante Rückgabetypen
Pfeil 6.10.5 Array-Typen und Kovarianz
Pfeil 6.11 Dynamisches Binden/Polymorphie
Pfeil 6.11.1 Unpolymorph bei privaten, statischen und finalen Methoden
Pfeil 6.11.2 Polymorphie bei Konstruktoraufrufen
Pfeil 6.12 Abstrakte Klassen und abstrakte Methoden
Pfeil 6.12.1 Abstrakte Klassen
Pfeil 6.12.2 Abstrakte Methoden
Pfeil 6.13 Schnittstellen
Pfeil 6.13.1 Deklarieren von Schnittstellen
Pfeil 6.13.2 Implementieren von Schnittstellen
Pfeil 6.13.3 Markierungsschnittstellen
Pfeil 6.13.4 Ein Polymorphie-Beispiel mit Schnittstellen
Pfeil 6.13.5 Die Mehrfachvererbung bei Schnittstellen
Pfeil 6.13.6 Keine Kollisionsgefahr bei Mehrfachvererbung
Pfeil 6.13.7 Erweitern von Interfaces – Subinterfaces
Pfeil 6.13.8 Vererbte Konstanten bei Schnittstellen
Pfeil 6.13.9 Abstrakte Klassen und Schnittstellen im Vergleich
Pfeil 6.14 Dokumentationskommentare mit JavaDoc
Pfeil 6.14.1 Einen Dokumentationskommentar setzen
Pfeil 6.14.2 Mit javadoc eine Dokumentation erstellen
Pfeil 6.14.3 HTML-Tags in Dokumentationskommentaren
Pfeil 6.14.4 Generierte Dateien
Pfeil 6.14.5 Dokumentationskommentare im Überblick
Pfeil 6.14.6 JavaDoc und Doclets
Pfeil 6.14.7 Veraltete (deprecated) Typen und Eigenschaften


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6.2 Privatsphäre und Sichtbarkeit Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Innerhalb einer Klasse sind alle Methoden und Attribute für die Methoden sichtbar. Damit die Daten und Methoden einer Klasse vor externem Zugriff geschützt oder ausdrücklich für andere wiederum als öffentlich sichtbar markiert sind, gibt es unterschiedliche Sichtbarkeiten:

  • öffentlich
  • geschützt
  • paketsichtbar
  • privat

Für drei Sichtbarkeiten gibt es Schlüsselwörter, die Sichtbarkeitsmodifizierer. In diesem Abschnitt sollen die Sichtbarkeiten public (öffentlich), private (privat) und paketsichtbar (ohne Modifizierer) erklärt werden; zu protected (geschützt) kommen wir beim Thema Vererbung.


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6.2.1 Für die Öffentlichkeit: public Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Sichtbarkeitsmodifizierer public an Klassen, Konstruktoren, Methoden und sonstigen Klassen-Innereien bestimmt, dass alle diese markierten Elemente von außen für jeden sichtbar sind. Es spielt dabei keine Rolle, ob sich der Nutzer im gleichen oder in einem anderen Paket befindet.

Ist zwar die Klasse public, aber eine Eigenschaft privat, kann eine fremde Klasse dennoch nicht auf die Eigenschaft zurückgreifen. Und ist eine Eigenschaft public, aber die Klasse privat, dann kann eine andere Klasse erst gar nicht an diese Eigenschaft »herankommen«.


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6.2.2 Kein Public Viewing – Passwörter sind privat Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Sichtbarkeitsmodifizierer private verbietet allen von außen zugreifenden Klassen den Zugriff auf Eigenschaften. Das wäre etwa für eine Klasse wichtig, die Passwörter speichern möchte. Dafür wollen wir eine öffentliche Klasse Password mit einem privaten Attribut password deklarieren. Eine öffentliche Methode assign() soll eine Änderung des Passwortes zulassen, wenn das alte Passwort bekannt ist, und eine weitere öffentliche Methode check() erlaubt das Prüfen eines Passwortes. Am Anfang ist das Passwort der leere String.

Listing 6.10 Password.java

public class Password 
{ 
  private String password = ""; 
 
  public void assign( String oldPassword, String newPassword ) 
  { 
    if ( password.equals(oldPassword) && newPassword != null ) 
    { 
      password = newPassword; 
 
      System.out.println( "Passwort gesetzt." ); 
    } 
    else 
      System.out.println( "Passwort konnte nicht gesetzt werden." ); 
  } 
 
  public boolean check( String passwordToCheck ) 
  { 
    return password.equals( passwordToCheck ); 
  } 
}

Wir sehen, dass öffentliche Objektmethoden ganz selbstverständlich auf das private-Element ihrer Klasse zugreifen können.

Abbildung 6.2 In der UML werden private Eigenschaften mit einem führenden Minus gekennzeichnet.

Eine zweite Klasse PasswordDemo will nun auf das Passwort von außen zugreifen.

Listing 6.11 PasswordDemo.java, main()

Password pwd = new Password(); 
pwd.assign( "", "TeutoburgerWald" ); 
pwd.assign( "TeutoburgerWald", "Doppelkeks" ); 
pwd.assign( "Dopplerkeks", "panic" ); 
// System.out.println( pwd.password );   // The field Password.password is not visible

Die Klasse Password enthält den privaten String password, und dieser kann nicht referenziert werden. Der Compiler erkennt zur Übersetzungs- beziehungsweise Laufzeit Verstöße und meldet diese.

Eclipse-Icon Bei einem durch die falsche Sichtbarkeit verursachten Fehler bietet Eclipse mit Strg + 1 eine Änderung der Sichtbarkeit an.

Allerdings wäre es manchmal besser, wenn der Compiler uns nicht verriete, dass das Element privat ist, sondern einfach nur melden würde, dass es dieses Element nicht gibt.


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6.2.3 Wieso nicht freie Methoden und Variablen für alle? Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Private Methoden und Variablen dienen in erster Linie dazu, den Klassen Modularisierungsmöglichkeiten zu geben, die von außen nicht sichtbar sein müssen. Zwecks Strukturierung werden Teilaufgaben in Methoden gegliedert, die aber von außen nie allein aufgerufen werden dürfen. Da die Implementierung versteckt wird und der Programmierer vielleicht nur eine Zugriffsmethode sieht, wird auch der Terminus »Data Hiding« verwendet. Wer wird schon einem Fremden die Geheimzahl der Kreditkarte geben oder verraten, mit wem er die letzte Nacht verbracht hat? Oder nehmen wir zum Beispiel ein Radio: Von außen bietet es die Methoden an(), aus(), lauter() und leiser() an, aber welche physikalischen Vorgänge ein Radio dazu bringen, Musik zu spielen, ist eine ganz andere Frage, für die wir uns als gewöhnliche Benutzer eines Radios nicht interessieren.


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6.2.4 Privat ist nicht ganz privat: Es kommt darauf an, wer’s sieht Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Private Eigenschaften sind nur für andere Klassen privat, aber nicht für die eigene, auch wenn die Objekte unterschiedlich sind. Das ist eine Art Spezialfall, dass über eine Referenzvariable der Zugriff auf eine private Eigenschaft eines anderen Objekts erlaubt ist.

Listing 6.12 Key.java

public class Key 
{ 
  private int id; 
 
  public Key( int id ) 
  { 
    this.id = id; 
  } 
 
  public boolean compare( Key that ) 
  { 
    return this.id == that.id; 
  } 
}

Die Methode compare() der Klasse Key vergleicht das eigene Attribut this.id mit dem Attribut des als Argument übergebenen Objekts that.id. (Zwar wäre this nicht nötig, doch verdeutlicht es schön das eigene und das fremde Objekt.) An dieser Stelle sehen wir, dass der Zugriff auf that.id zulässig ist, obwohl id privat ist. Dieser Zugriff ist aber erlaubt, da die compare()-Methode in der Key-Klasse deklariert und der Parameter ebenfalls vom Typ Key ist. Mit Unterklassen funktioniert das schon nicht mehr. Private Attribute und Methoden sind also gegen Angriffe von außerhalb der deklarierenden Klasse geschützt.


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6.2.5 Zugriffsmethoden für Attribute deklarieren Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Attribute sind eine tolle und notwendige Sache. Allerdings ist zu überlegen, ob der Nutzer eines Objekts immer direkt auf die Attribute zugreifen sollte, oder ob dies problematisch ist.

1. Bei manchen Variablen gibt es Wertebereiche, die einzuhalten sind. Das Alter eines Spielers kann nicht kleiner null sein, und Menschen, die älter als zweihundert Jahre sind, werden nur in der Bibel genannt. Wenn wir das Alter privat machen, kann eine Zugriffsmethode wie setAge(int) mit Hilfe einer Bereichsprüfung nur bestimmte Werte in die Objektvariable übertragen und den Rest ablehnen. Die öffentliche Methode getAge() gibt dann Zugriff auf die Variable.
2. Mit einigen Variablen sind Abhängigkeiten verbunden. Wenn zum Beispiel ein Spieler ein Alter hat, kann der Spieler gleichzeitig eine Wahrheitsvariable für die Volljährigkeit deklarieren. Natürlich gibt es nun eine Abhängigkeit. Ist der Spieler älter als 18, soll die Wahrheitsvariable auf true stehen. Diese Abhängigkeit lässt sich mit zwei öffentlichen Variablen nicht wirklich erzwingen. Eine Methode setAge(int) kann jedoch bei privaten Attributen diese Konsistenz einhalten.
3. Gibt es Zugriffsmethoden, so lassen sich dort leicht Debug-Breakpoints setzen. Auch lassen sich die Methoden so erweitern, dass der Zugriff geloggt (protokolliert) wird oder die Rechte des Aufrufers geprüft werden.
4. Bei Klassen gilt das Geheimnisprinzip. Obwohl es vorrangig für Methoden gilt, sollte es auch für Variablen gelten. Möchten Entwickler etwa ihr internes Attribut von int auf BigInteger ändern und damit beliebig große Ganzzahlen verwalten, hätten wir ein beträchtliches Problem, da an jeder Stelle des Vorkommens ein Objekt eingesetzt werden müsste. Wollten wir zwei Variablen einführen – ein int, damit die alte, derzeit benutzte Software ohne Änderung auskommt, und ein neues BigInteger – hätten wir ein Konsistenzproblem.
5. Nicht immer müssen dem Aufrufer haarklein alle Eigenschaften angeboten werden. Der Nutzer möchte so genannte höherwertige Dienste vom Objekt angeboten bekommen, sodass der Zugriff auf die unteren Attribute vielleicht gar nicht nötig ist.

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6.2.6 Setter und Getter nach der JavaBeans-Spezifikation Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wir sehen an diesen Beispielen, dass es gute Gründe dafür gibt, Attribute zu privatisieren und öffentliche Methoden zum Lesen und Schreiben anzubieten. Weil diese Methoden auf die Attribute zugreifen, nennen sie sich auch Zugriffsmethoden. Für jedes Attribut wird eine Schreib- und Lesemethode deklariert, für die es auch ein festes Namensschema laut JavaBean-Konvention gibt. Die Zugriffsmethoden machen dabei eine Property zugänglich. Für eine Property »name« und den Typ String gilt zum Beispiel:

  • String getName(). Die Methode besitzt keine Parameterliste, und der Rückgabetyp ist String.
  • void setName(String name). Die Methode hat keine Rückgabe, aber genau einen Parameter.

Die getXXX()-Methoden heißen Getter, die setXXX()-Methoden Setter. Die Methoden sind öffentlich, und der Typ der Getter-Rückgabe muss der gleiche wie der Parametertyp vom Setter sein.

Bei boolean-Attributen darf es (und muss es in manchen Fällen auch) statt getXXX() alternativ isXXX() heißen. (Da die Programmentwicklung in der Regel mit englischen Bezeichnernamen erfolgt, kommt es nicht zu unschönen Bezeichnernamen à la getGegenstand() oder isVolljährig().)

Zugriffsmethoden für den Spieler

Das folgende Beispiel soll einen Spieler umsetzen, bei dem Name und Gegenstand privat und hübsch durch Zugriffsmethoden abgesichert sind. Eine Konsistenzprüfung soll verhindern, dass ein String null oder leer ist.

Listing 6.13 com/tutego/insel/game/v5/Player.java, Player

public class Player 
{ 
  private String name = ""; 
  private String item = ""; 
 
  public String getName() 
  { 
    return name; 
  } 
 
  public void setName( String name ) 
  { 
    if ( name != null && name.trim().length() > 0 ) 
      this.name = name; 
  } 
 
  public String getItem() 
  { 
    return item; 
  } 
 
  public void setItem( String item ) 
  { 
    if ( item != null && name.trim().length() > 0 ) 
      this.item = item; 
  } 
}

Es muss keine gute Idee sein, sich bei ungültigen Werten taub zu stellen; eine Alternative besteht darin, zu loggen oder etwa in Form einer Ausnahme (Exception) unerwünschte Werte zu melden.

Der Nutzer der Klasse muss wegen der Methodenaufrufe etwas mehr schreiben:

Listing 6.14 com/tutego/insel/game/v5/Playground.java

Player spongebobby = new Player(); 
spongebobby.setName( "Spongebobby" ); 
spongebobby.setItem( "snail" );

Wird später bei der Weiterentwicklung des Programms eine Änderung nötig, wenn etwa die Gegenstände anders gespeichert werden sollen, kann der Typ der internen Variablen geändert werden, und die Welt draußen bekommt davon nichts mit. Lediglich intern in den Gettern und Settern ändert sich etwas, aber nicht an der Schnittstelle.

Eclipse-Icon Eclipse bietet zwei Möglichkeiten, Setter und Getter automatisch zu generieren. Das Kontextmenü unter SourceGenerate Getters and Setters... fördert ein Dialogfenster zutage, mit dem Eclipse automatisch die setXXX()- und getXXX()-Methoden einfügen kann. Die Attribute, für die eine Zugriffsmethode gewünscht ist, werden selektiert. Die zweite Möglichkeit funktioniert nur für genau ein Attribut: Steht der Cursor auf der Variablen, liefert RefactorEncapsulate Field... einen Dialog, mit dem zum einen Setter und Getter generiert und zum anderen die direkten Zugriffe auf das Attribut in Methodenaufrufe umgewandelt werden.


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6.2.7 Paketsichtbar Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Sichtbarkeiten public und privat sind Extreme. Steht kein ausdrücklicher Sichtbarkeitsmodifizierer, gilt die Paketsichtbarkeit. Sie sagt aus, dass die paketsichtbaren Klassen nur von anderen Klassen im gleichen Paket gesehen werden können. Für die Eigenschaften gilt das Gleiche: Nur Typen im gleichen Paket sehen die paketsichtbaren Eigenschaften.

Dazu einige Beispiele. Zwei Klassen A und B befinden sich in unterschiedlichen Paketen. Die Klasse A ist nicht öffentlich.

Listing 6.15 com/tutego/insel/protecteda/A.java

package com.tutego.insel.protecteda; 
class A 
{ 
}

Die Klasse B versucht, sich auf A zu beziehen, doch funktioniert das wegen der »Unsichtbarkeit« von A nicht – es gibt einen Compilerfehler.

Listing 6.16 com/tutego/insel/protectedb/B.java

package com.tutego.insel.protectedb; 
class B 
{ 
  A a;            // A cannot be resolved to a type 
}

Ist eine Klasse C öffentlich, aber die Klasse deklariert ein nur paketsichtbares Attribut c, dann kann eine Klasse in einem anderen Paket das Attribut nicht sehen, auch wenn sie die Klasse selbst sehen kann.

Listing 6.17 com/tutego/insel/protecteda/C.java

package com.tutego.insel.protecteda; 
public class C 
{ 
  static int c; 
}

Und die Klasse D:

Listing 6.18 com/tutego/insel/protectedb/D.java

package com.tutego.insel.protectedb; 
import com.tutego.insel.protecteda.C; 
class D 
{ 
  int d = C.c;    // The field C.c is not visible 
}

Paketsichtbare Eigenschaften sind sehr nützlich, weil sich damit Gruppen von Typen bilden lassen, die gegenseitig Teile ihres Innenlebens kennen. Von außerhalb des Pakets ist der Zugriff auf diese Teile dann untersagt, analog zu private. Dazu ein Beispiel für unsere Spielerklasse: Nutzt der Player zum Beispiel intern eine Hilfsklasse, etwa zur Speicherung der Gegenstände, so kann diese paketsichtbare Speicherklasse für Außenstehende unsichtbar bleiben.


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6.2.8 Zusammenfassung zur Sichtbarkeit topZur vorigen Überschrift

In Java gibt es vier Sichtbarkeiten und drei Sichtbarkeitsmodifizierer:

  • Öffentliche Typen und Eigenschaften deklariert der Modifizierer public. Die Typen sind überall sichtbar, also kann jede Klasse und Unterklasse aus einem beliebigen anderen Paket auf öffentliche Eigenschaften zugreifen. Die mit public deklarierten Methoden und Variablen sind überall dort sichtbar, wo auch die Klasse sichtbar ist. Bei einer unsichtbaren Klasse sind auch die Eigenschaften unsichtbar.
  • Der Modifizierer private ist bei Typdeklarationen seltener, da er sich nur dann einsetzen lässt, wenn in einer Compilationseinheit (also einer Datei) mehrere Typen deklariert werden. Derjenige Typ, der den Dateinamen bestimmt, kann nicht privat sein, doch andere Typen, und innere Klassen, dürfen unsichtbar sein – nur der sichtbare Typ kann sie dann verwenden. Die mit private deklarierten Methoden und Variablen sind nur innerhalb der eigenen Klasse sichtbar. Eine Ausnahme bilden innere Klassen, die auch auf private Eigenschaften der äußeren Klasse zugreifen können. Wenn eine Klasse erweitert wird, sind die privaten Elemente für Unterklassen nicht sichtbar.
  • Während private und public Extreme darstellen, liegt die Paketsichtbarkeit dazwischen. Sie ist die Standard-Sichtbarkeit und kommt ohne Modifizierer aus. Paketsichtbare Typen und Eigenschaften sind nur für die Klassen aus dem gleichen Paket sichtbar, also weder für Klassen noch Unterklassen aus anderen Paketen.
  • Der Sichtbarkeitsmodifizierer protected hat eine Doppelfunktion: Zum einen hat er die gleiche Bedeutung wie Paketsichtbarkeit, und zum anderen gibt er die Elemente für Unterklassen frei. Dabei ist es egal, ob die Unterklassen aus dem eigenen Paket stammen (hier würde ja die Standard-Sichtbarkeit reichen) oder aus einem anderen Paket. Eine Kombination aus private protected wäre wünschenswert, um die Eigenschaften nur für die Unterklassen sichtbar zu machen und nicht gleich für die Klassen aus dem gleichen Paket. [Die Java Programmers’ FAQ (http://www.cse.unsw.edu.au/~cs3421/java/faqs/comp.lang.java.programmers.faq.html) führt aus: »It first appeared in JDK 1.0 FCS (it had not been in the Betas). Then it was removed in JDK 1.0.1. It was an ugly hack syntax-wise, and it didn’t fit consistently with the other access modifiers. It never worked properly: in the versions of the JDK before it was removed, calls to private protected methods were not dynamically bound, as they should have been. It added very little capability to the language. It’s always a bad idea to reuse existing keywords with a different meaning. Using two of them together only compounds the sin. The official story is that it was a bug. That’s not the full story. Private protected was put in because it was championed by a strong advocate. It was pulled out when he was overruled by popular acclamation.«]

Tabelle 6.1 Wer sieht welche Eigenschaften bei welcher Sichtbarkeit?

Eigenschaften eigene Klasse Klasse im gleichen Paket Unterklasse im anderen Paket Klasse in anderen Paketen

public

ja

ja

ja

ja

protected

ja

ja

ja

nein

paketsichtbar

ja

ja

ein

nein

Private

ja

nein

nein

nein


Der Einsatz der Sichtbarkeitsstufen über die Schlüsselwörter public, private und protected und der Standard »paketsichtbar« ohne explizites Schlüsselwort sollten überlegt erfolgen. Objektorientierte Programmierung zeichnet sich durch überlegten Einsatz von Klassen und deren Beziehungen aus. Am besten ist die restriktivste Beschreibung; also nie mehr Öffentlichkeit als notwendig. Das hilft, die Abhängigkeiten zu minimieren und später Inneres einfacher zu verändern.

Sichtbarkeit in der UML

Für die Sichtbarkeit von Attributen und Operationen sieht die UML diverse Symbole vor, die vor die jeweilige Eigenschaft gesetzt werden:


Symbol Sichtbarkeit

+

öffentlich

privat

#

geschützt (protected)

~

paketsichtbar



Hinweis Wenn in der UML kein Sichtbarkeitsmodifizierer steht, so bedeutet das nicht paketsichtbar. Es heißt nur, dass dies noch nicht definiert ist.


Reihenfolge der Eigenschaften in Klassen

Verschiedene Elemente einer Klasse müssen in einer Klasse untergebracht werden. Eine verbreitete Reihenfolge ist die Aufteilung in Sektionen:

  • Klassenvariablen
  • Objektvariablen
  • Konstruktoren
  • Methoden (erst Klassenmethoden, dann Setter/Getter, dann beliebige Objektmethoden)

Innerhalb eines Blocks werden die Informationen oft auch bezüglich ihrer Zugriffsrechte sortiert. Am Anfang stehen sichtbare Eigenschaften und tiefer private. Der öffentliche Teil befindet sich deswegen am Anfang, da wir uns auf diese Weise schnell einen Überblick verschaffen können. Der zweite Teil ist dann nur noch für die erbenden Klassen interessant, und der letzte Teil beschreibt allein geschützte Informationen für die Entwickler. Die Reihenfolge kann aber problemlos gebrochen werden, indem private Methoden hinter öffentlichen stehen, um zusammenhängende Teile auch zusammenzuhalten.



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