Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Java ist auch eine Sprache
2 Sprachbeschreibung
3 Klassen und Objekte
4 Der Umgang mit Zeichenketten
5 Mathematisches
6 Eigene Klassen schreiben
7 Angewandte Objektorientierung
8 Exceptions
9 Generics, innere Klassen
10 Die Klassenbibliothek
11 Threads und nebenläufige Programmierung
12 Datenstrukturen und Algorithmen
13 Raum und Zeit
14 Dateien und Datenströme
15 Die eXtensible Markup Language (XML)
16 Grafische Oberflächen mit Swing
17 Grafikprogrammierung
18 Netzwerkprogrammierung
19 Verteilte Programmierung mit RMI und Web–Services
20 JavaServer Pages und Servlets
21 Applets
22 Midlets und die Java ME
23 Datenbankmanagement mit JDBC
24 Reflection und Annotationen
25 Logging und Monitoring
26 Sicherheitskonzepte
27 Java Native Interface (JNI)
28 Dienstprogramme für die Java-Umgebung
Stichwort

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Java ist auch eine Insel (8. Auflage) von Christian Ullenboom
Programmieren mit der Java Standard Edition Version 6
Buch: Java ist auch eine Insel (8. Auflage)

Java ist auch eine Insel (8. Aufl.)
8., aktual. Auflage, geb., mit DVD
1.475 S., 49,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1371-4
Pfeil 4 Der Umgang mit Zeichenketten
Pfeil 4.1 Einzelne Zeichen mit der Character-Klasse behandeln
Pfeil 4.2 Strings und deren Anwendung
Pfeil 4.2.1 String-Literale als String-Objekte für konstante Zeichenketten
Pfeil 4.2.2 String-Länge und Test auf Leerstring
Pfeil 4.2.3 Nach enthaltenen Zeichen und Zeichenfolgen suchen
Pfeil 4.2.4 Gut, dass wir verglichen haben
Pfeil 4.2.5 String-Teile extrahieren
Pfeil 4.2.6 Strings anhängen, Groß-/Kleinschreibung und Leerraum
Pfeil 4.2.7 Suchen und ersetzen
Pfeil 4.2.8 String-Objekte mit Konstruktoren neu anlegen
Pfeil 4.3 Konvertieren zwischen Primitiven und Strings
Pfeil 4.3.1 Unterschiedliche Typen in String-Repräsentationen konvertieren
Pfeil 4.3.2 String in primitives Element konvertieren
Pfeil 4.4 Veränderbare Zeichenketten mit StringBuilder/StringBuffer
Pfeil 4.4.1 Anlegen von StringBuilder-/StringBuffer-Objekten
Pfeil 4.4.2 Die Länge eines StringBuilder-/StringBuffer-Objekts
Pfeil 4.4.3 Daten anhängen
Pfeil 4.4.4 Zeichen(folgen) setzen, erfragen, löschen und umdrehen
Pfeil 4.4.5 Vergleichen von String/StringBuilder/StringBuffer
Pfeil 4.4.6 hashCode() bei StringBuffer/StringBuilder
Pfeil 4.5 Sprachabhängiges Vergleichen und Normalisierung
Pfeil 4.5.1 Die Klasse Collator
Pfeil 4.5.2 Effiziente interne Speicherung für die Sortierung
Pfeil 4.5.3 Normalisierung
Pfeil 4.6 Reguläre Ausdrücke
Pfeil 4.6.1 Arbeiten mit der Fassade: String.matches()
Pfeil 4.6.2 Die Klassen Pattern und Matcher
Pfeil 4.6.3 Quantifizierer und Wiederholungen
Pfeil 4.6.4 Finden und nicht matchen
Pfeil 4.6.5 Gierige und nicht gierige Operatoren
Pfeil 4.6.6 Mit MatchResult alle Ergebnisse einsammeln
Pfeil 4.7 Zerlegen von Zeichenketten
Pfeil 4.7.1 Splitten von Zeichenketten mit split()
Pfeil 4.7.2 Die Klasse Scanner
Pfeil 4.7.3 StringTokenizer
Pfeil 4.7.4 BreakIterator als Zeichen-, Wort-, Zeilen- und Satztrenner
Pfeil 4.8 Zeichenkodierungen und Base64
Pfeil 4.8.1 Über die Klasse String Kodierungen vornehmen
Pfeil 4.8.2 Konvertieren mit OutputStreamWriter-Klassen
Pfeil 4.8.3 Das Paket java.nio.charset
Pfeil 4.8.4 Base64-Kodierung
Pfeil 4.9 Formatieren von Ausgaben
Pfeil 4.9.1 Formatieren mit format() aus String
Pfeil 4.9.2 Die Format-Klassen im Überblick
Pfeil 4.9.3 Zahlen, Prozente und Währungen mit NumberFormat und DecimalFormat formatieren
Pfeil 4.10 Zum Weiterlesen


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4.7 Zerlegen von Zeichenketten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Java-Bibliothek bietet einige Klassen und Methoden, um nach bestimmten Mustern große Zeichenketten in kleinere zu zerlegen. In diesem Kontext sind die Begriffe Token und Delimiter zu nennen: Ein Token ist ein Teil eines Strings, der durch bestimmte Trennzeichen (engl. delimiter) von anderen Token getrennt wird. Nehmen wir als Beispiel den Satz »Moderne Musik ist Instrumentespielen nach Noten« (Peter Sellers). Wählen wir Leerzeichen als Trennzeichen, lauten die einzelnen Token »Moderne«, »Musik« und so weiter.

Die Java-Bibliothek bietet eine Reihe von Möglichkeiten zum Zerlegen von Zeichenfolgen, von denen einige in den nachfolgenden Unterkapiteln vorgestellt werden:

  • split() von String. Aufteilen mit einem Delimiter, der durch reguläre Ausdrücke beschrieben wird.
  • Scanner. Schöne Klasse zum Ablaufen einer Eingabe.
  • StringTokenizer. Der Klassiker aus Java 1.0. Delimiter sind nur einzelne Zeichen.
  • BreakIterator. Findet Zeichen-, Wort-, Zeilen- oder Satz-Grenzen.

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4.7.1 Splitten von Zeichenketten mit split() Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Objektmethode split() eines String-Objekts zerlegt die eigene Zeichenkette in Teilzeichenketten. Die Trenner sind völlig frei wählbar und als regulärer Ausdruck beschrieben. Die Rückgabe ist ein Feld der Teilzeichenketten.


Beispiel Zerlege einen Domain-Namen in seine Bestandteile:

String path = "www.tutego.com"; 
String[] segs = path.split( Pattern.quote( "." ) ); 
System.out.println( Arrays.toString(segs) ); // [www, tutego, com]

Da der Punkt als Trennzeichen ein Sonderzeichen für reguläre Ausdrücke ist, muss er passend mit dem Backslash auskommentiert werden. Das erledigt die Funktion quote().


String.split() geht auf Pattern#split()

Die split()-Funktion aus der String-Klasse delegiert wie auch bei match() an das Pattern-Objekt:

public String[] split( String regex, int limit ) 
{ 
  return Pattern.compile( regex ).split( this, limit ); 
} 
public String[] split( String regex ) 
{ 
  return split( regex, 0 ); 
}

Am Quellcode ist zu erkennen, dass für jeden Methodenaufruf von split() auf dem String-Objekt ein Pattern übersetzt wird. Das ist nicht ganz billig, und so soll bei mehrmaligem Split mit dem gleichen Zerlege-Muster gleich ein Pattern-Objekt und dort das split() verwendet werden.


final class java.lang.String 
implements CharSequence, Comparable<String>, Serializable

  • String[] split( String regex )
    Zerlegt die aktuelle Zeichenkette mit dem regulären Ausdruck.
  • String[] split( String regex, int limit )
    Zerlegt die aktuelle Zeichenkette mit dem regulären Ausdruck, liefert jedoch maximal begrenzt viele Teilzeichenfolgen.

final class java.util.regex.Pattern 
implements Serializable

  • String[] split( CharSequence input )
    Zerlegt die Zeichenfolge input in Teilzeichenketten, wie es das aktuelle Pattern-Objekt befiehlt.
  • String[] split( CharSequence input, int limit )
    Wie split(CharSequence), doch nur höchstens limit viele Teilzeichenketten.

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4.7.2 Die Klasse Scanner Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Klasse java.util.Scanner kann eine Zeichenkette in Token zerlegen und einfach Dateien zeilenweise einlesen. Bei der Zerlegung kann ein regulärer Ausdruck den Delimiter beschreiben. Damit ist Scanner flexibler als ein StringTokenizer, der nur einzelne Zeichen als Trenner zulässt.

Zum Aufbau der Scanner-Objekte bietet die Klasse einige Konstruktoren an, die die zu zerlegenden Zeichenfolgen unterschiedlichen Quellen entnehmen, etwa einem String, einem Datenstrom – beim Einlesen von der Kommandozeile wird das System.in sein –, einem File-Objekt oder diversen NIO-Objekten. (Falls ein Objekt vom Typ Closeable dahintersteckt, wie ein Writer, sollte mit close() der Scanner geschlossen werden, der das close() zum Closeable weiterleitet. Beim String ist das nicht nötig, und bei File schließt der Scanner selbstständig.)


final class java.util.Scanner 
implements Iterator<String>

  • Scanner( String source )
  • Scanner( File source ), Scanner( File source, String charsetName )
  • Scanner( InputStream source ), Scanner( InputStream source, String charsetName )
  • Scanner( Readable source )
  • Scanner( ReadableByteChannel source )
  • Scanner( ReadableByteChannel source, String charsetName )
    Erzeugt ein neues Scanner-Objekt.

Zeilenweises Einlesen einer Datei

Ist das Scanner-Objekt angelegt, lässt sich mit dem Paar hasNextLine() und nextLine() einfach eine Datei zeilenweise auslesen.

Listing 4.18 ReadAllLines.java

import java.io.*; 
import java.util.Scanner; 
 
public class ReadAllLines 
{ 
  public static void main( String[] args ) throws FileNotFoundException 
  { 
    Scanner scanner = new Scanner( new File("EastOfJava.txt") ); 
    while ( scanner.hasNextLine() ) 
      System.out.println( scanner.nextLine() ); 
  } 
}

Da der Konstruktor von Scanner mit der Datei eine Ausnahme auslösen kann, müssen wir diesen möglichen Fehler behandeln. Wir machen es uns einfach und leiten einen möglichen Fehler an die Laufzeitumgebung weiter. Den Umgang mit Exceptions erklärt das Kapitel 8 genauer.


final class java.util.Scanner 
implements Iterator<String>

  • boolean hasNextLine()
    Liefert true, wenn eine nächste Zeile gelesen werden kann.
  • String nextLine()
    Liefert die nächste Zeile.

Der Nächste, bitte

Nach dem Erzeugen des Scanner-Objekts liefert die Methode next() die nächste Zeichenfolge, wenn denn ein hasNext() die Rückgabe true ergibt. (Das sind dann auch die Methoden der Schnittstelle Iterator, wobei remove() nicht implementiert ist.)


Beispiel Von der Standardeingabe soll ein String gelesen werden.

Scanner scanner = new Scanner( System.in ); 
String s = scanner.next();

Neben der next()-Methode, die nur einen String als Rückgabe liefert, bietet Scanner diverse next<Typ>()-Methoden an, die das nächste Token einlesen und in ein gewünschtes Format konvertieren, etwa in ein double bei nextDouble(). Über gleich viele hasNext<Typ>()-Methoden lässt sich erfragen, ob ein weiteres Token von diesem Typ folgt.


Beispiel Die einzelnen nextXXX()- und hasNextXXX()-Methoden:

Listing 4.19 ScannerDemo.java, main()

Scanner scanner = new Scanner( "tutego 12 1973 12,03 True 123456789000" ); 
System.out.println( scanner.hasNext() );        // true 
System.out.println( scanner.next() );           // tutego 
System.out.println( scanner.hasNextByte() );    // true 
System.out.println( scanner.nextByte() );       // 12 
System.out.println( scanner.hasNextInt() );     // true 
System.out.println( scanner.nextInt() );        // 1973 
System.out.println( scanner.hasNextDouble() );  // true 
System.out.println( scanner.nextDouble() );     // 12.03 
System.out.println( scanner.hasNextBoolean() ); // true 
System.out.println( scanner.nextBoolean() );    // true 
System.out.println( scanner.hasNextLong() );    // true 
System.out.println( scanner.nextLong() );       // 123456789000 
System.out.println( scanner.hasNext() );        // false

Sind nicht alle Token interessant, überspringt Scanner skip(Pattern pattern) bzw. Scanner skip(String pattern) sie – Delimiter werden nicht beachtet.


final class java.util.Scanner 
implements Iterator<String>

  • boolean hasNext()
  • boolean hasNextBigDecimal(), boolean hasNextBigInteger()
  • boolean hasNextBigInteger( int radix )
  • boolean hasNextBoolean()
  • boolean hasNextByte(), boolean hasNextByte( int radix )
  • boolean hasNextDouble(), boolean hasNextFloat()
  • boolean hasNextInt(), boolean hasNextInt( int radix )
  • boolean hasNextLong(), boolean hasNextLong( int radix )
  • boolean hasNextShort(), boolean hasNextShort( int radix )
    Liefert true, wenn ein Token des gewünschten Typs gelesen werden kann.
  • String next()
  • BigDecimal nextBigDecimal(), BigInteger nextBigInteger()
  • BigInteger nextBigInteger( int radix )
  • boolean nextBoolean()
  • byte nextByte(), byte nextByte( int radix )
  • double nextDouble(), float nextFloat()
  • int nextInt(), int nextInt( int radix )
  • long nextLong(), long nextLong( int radix )
  • short nextShort(), short nextShort( int radix )
    Liefert das nächste Token.

Die Basis für Zahlen ändert useRadix(int) und erfragt radix().

Trennzeichen definieren

useDelimiter() setzt für die folgenden Filter-Vorgänge den Delimiter. Um nur lokal für das nächste Zerlegen einen Trenner zu setzen, lässt sich mit next(String) oder next(Pattern) ein Trennmuster angeben. hasNext(String) beziehungsweise hasNext(Pattern) liefern true, wenn das nächste Token dem Muster entspricht.


Beispiel Der String s enthält eine Zeile wie a := b. Uns interessieren der linke und rechte Teil:

String s = "Url := http://www.tutego.com"; 
Scanner scanner = new Scanner( s ).useDelimiter( "\\s*:=\\s*" ); 
System.out.printf( "%s = %s", scanner.next(), scanner.next() ); 
// Url = http://www.tutego.com

Mit findInLine(String) bzw. findInLine(Pattern) wird der Scanner angewiesen, nach dem Muster nur bis zum nächsten Zeilenendezeichen zu suchen; Delimiter ignoriert er.


Beispiel Suche mit findInLine() nach einem Muster.

String text = "Hänsel-und-Gretel\ngingen-durch-den-Wald"; 
Scanner scanner = new Scanner( text ).useDelimiter( "-" ); 
System.out.println( scanner.findInLine( "Wald" ) ); // null 
System.out.println( scanner.findInLine( "ete" ) );  // "ete" 
System.out.println( scanner.next() );               // "l" "gingen" 
System.out.println( scanner.next() );               // "durch"

Mit findWithinHorizon(Pattern, int) beziehungsweise findWithinHorizon(String, int) lässt sich eine Obergrenze von Code-Points (vereinfacht ausgedrückt: Zeichen) angeben. Liefert die Methode in dieser Grenze kein Token, liefert sie null und setzt auch den Positionszeiger nicht weiter.

Landessprachen

Auch ist die Scanner-Klasse in der Lage, die Dezimalzahlen unterschiedlicher Sprachen zu erkennen. Mit dem passenden Locale-Objekt wird dann auch nextDouble("12,34") funktionieren:

Scanner scanner = new Scanner( "12,34" ).useLocale( Locale.GERMAN ); 
System.out.println( scanner.nextDouble() );   // 12.34

Das klingt logisch, funktioniert aber auch ohne useLocale(Locale.GERMAN)! Der Grund ist einfach: Der Scanner setzt das Locale vorher standardmäßig auf Locale.getDefault(), und bei auf Deutsch eingestellten Betriebssystemen ist das eben Locale.GERMAN. Andersherum bedeutet das, dass eine englisch angegebene Zahl wie 12.34 nicht erkannt wird und der Scanner eine java.util.InputMismatchException meldet.


final class java.util.Scanner 
implements Iterator<String>

  • Scanner useLocale( Locale locale )
    Setzt die Sprache zum Erkennen der lokalisierten Zahlen, insbesondere der Fließkommazahlen.
  • Locale locale()
    Liefert die eingestellte Sprache.

IO-Fehler während des Parsens

Bezieht der Scanner die Daten von einem Readable, kann es Ein-/Ausgabefehler in Form von IOExceptions geben. Methoden wie next() geben diese Fehler nicht weiter, sondern fangen ihn ab und speichern ihn intern. Die Methode ioException() liefert dann das letzte IOException-Objekt oder null, falls es keinen Fehler gab.


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4.7.3 StringTokenizer Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Klasse StringTokenizer zerlegt ebenfalls eine Zeichenkette in Token. Der StringTokenizer ist jedoch auf einzelne Zeichen als Trennsymbole beschränkt, während die Methode split() und die Klassen um Pattern einen regulären Ausdruck zur Beschreibung der Trennsymbole erlauben. Es sind keine Zeichenfolgen wie »:=« denkbar.


Beispiel Um einen String mit Hilfe eines StringTokenizer-Objekts zu zerlegen, wird dem Konstruktor der Klasse der zu unterteilende Text als Argument übergeben:

String s = "Faulheit ist der Hang zur Ruhe ohne vorhergehende Arbeit"; 
StringTokenizer tokenizer = new StringTokenizer( s ); 
while ( tokenizer.hasMoreTokens() ) 
  System.out.println( tokenizer.nextToken() );

Der Text ist ausschließlich ein Objekt vom Typ String.


Um den Text abzulaufen, gibt es die Methoden nextToken() und hasMoreTokens(). [Die Methode hasMoreElements() ruft direkt hasMoreTokens() auf und wurde nur implementiert, da ein StringTokenizer die Schnittstelle Enumeration implementiert.] Die Methode nextToken() liefert das nächste Token im String. Ist kein Token mehr vorhanden, wird eine NoSuchElementException ausgelöst. Damit wir frei von diesen Überraschungen sind, können wir mit der Methode hasMoreTokens() nachfragen, ob noch weitere Token vorliegen.

In der Voreinstellung sind Tabulator, Leerzeichen und Zeilentrenner die Delimiter. Sollen andere Zeichen als die voreingestellten Trenner den Satz zerlegen, kann dem Konstruktor als zweiter String eine Liste von Trennern übergeben werden. Jedes Zeichen, das in diesem String vorkommt, fungiert als einzelnes Trennzeichen:

StringTokenizer st = new StringTokenizer( "Blue=0000ff\nRed:ff0000\n", "=:\n" );

Neben den beiden Konstruktoren existiert noch ein dritter, der auch die Trennzeichen als eigenständige Bestandteile bei nextToken() übermittelt.


class java.util.StringTokenizer 
implements Enumeration<Object>

  • StringTokenizer( String str, String delim, boolean returnDelims )
    Ein String-Tokenizer für str, wobei jedes Zeichen in delim als Trennzeichen gilt. Ist returnDelims gleich true, so sind auch die Trennzeichen Token der Aufzählung.
  • StringTokenizer( String str, String delim )
    Ein String-Tokenizer für str, wobei alle Zeichen in delim als Trennzeichen gelten. Entspricht dem Aufruf von this(str, delim, false);
  • StringTokenizer( String str )
    Ein String-Tokenizer für str. Entspricht dem Aufruf von this(str, " \t\n\r\f", false);. Die Trennzeichen sind Leerzeichen, Tabulator, Zeilenende und Seitenvorschub.
  • boolean hasMoreTokens(), boolean hasMoreElements()
    Testet, ob weitere Token verfügbar sind. hasMoreElements() implementiert die Methode für Enumeration.
  • String nextToken(), Object nextElement()
    Liefert das nächste Token vom String-Tokenizer. nextElement() existiert nur, damit der Tokenizer als Enumeration benutzt werden kann. Der weniger spezifische Ergebnistyp Object macht eine Typumwandlung erforderlich.
  • String nextToken( String delim )
    Setzt die Delimiter-Zeichen neu und liefert anschließend das nächste Token.
  • int countTokens()
    Zählt die Anzahl der noch möglichen nextToken()-Methodenaufrufe, ohne die aktuelle Position zu berühren. Der Aufruf der Methode ist nicht billig.

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4.7.4 BreakIterator als Zeichen-, Wort-, Zeilen- und Satztrenner topZur vorigen Überschrift

Benutzer laufen Zeichenketten aus ganz unterschiedlichen Gründen ab. Ein Anwendungsszenario ist das Ablaufen eines Strings Zeichen für Zeichen, in anderen Fällen sind nur einzelne Wörter interessant, die durch Wort- oder Satztrenner separiert sind. In wieder einem anderen Fall ist eine Textausgabe auf eine bestimmte Zeilenlänge gewünscht.

Sun sieht zum Zerlegen von Zeichenfolgen im Java-Paket java.text die Klasse BreakIterator vor. Einen konkreten Iterator erzeugen statische Funktionen, die optional auch nach speziellen Kriterien einer Sprache trennen. Keine übergebene Sprache bedeutet automatisch die gefundene Standardsprache.


abstract class java.text.BreakIterator 
implements Cloneable

  • static BreakIterator getCharacterInstance()
  • static BreakIterator getCharacterInstance( Locale where )
    Trennt nach Zeichen. Vergleichbar mit einer Iteration über charAt().
  • static BreakIterator getSentenceInstance()
  • static BreakIterator getSentenceInstance( Locale where )
    Trennt nach Sätzen. Delimiter sind übliche Satztrenner wie ».«, »!«, »?«.
  • static BreakIterator getWordInstance()
  • static BreakIterator getWordInstance( Locale where )
    Trennt nach Wörtern. Trenner wie Leerzeichen und Satzzeichen gelten ebenfalls als Wörter.
  • static BreakIterator getLineInstance()
  • static BreakIterator getLineInstance( Locale where )
    Trennt nicht nach Zeilen, wie der Name vermuten lässt, sondern ebenfalls nach Wörtern. Nur werden Satzzeichen, die am Wort »hängen«, zum Wort hinzugezählt. Praktisch ist dies für Algorithmen, die Textblöcke in eine bestimmte Breite bringen wollen. Ein Beispiel für die drei Typen zeigt das gleich folgende Programm.

Hinweis Auf den ersten Blick ergibt ein BreakIterator von getCharacterInstance() keinen großen Sinn, denn für das Ablaufen einer Zeichenkette ließe sich viel einfacher eine Schleife nehmen und mit charAt() arbeiten. Der BreakIterator kann jedoch korrekt mit Unicode 4 umgehen, wo zwei char ein Unicode-4-Zeichen bilden. Zum zeichenweisen Iterieren über Strings ist auch CharacterIterator eine gute Lösung.


Beispiel für die drei BreakIterator-Typen

Das nächste Beispiel zeigt, wie ohne großen Aufwand durch Zeichenketten gewandert werden kann. Die Verwendung eines String-Tokenizers ist nicht nötig. Die Hilfsfunktion out() gibt die Abschnitte der Zeichenkette bezüglich eines BreakIterator aus.

Listing 4.20 BreakIteratorDemo.java, out()

static void out( String s, BreakIterator iter ) 
{ 
  iter.setText( s ); 
 
  for ( int last = iter.first(),next = iter.next(); 
        next != BreakIterator.DONE; 
        last = next, next = iter.next() ) 
  { 
    CharSequence part = s.subSequence( last, next ); 
 
    if ( Character.isLetterOrDigit( part.charAt( 0 ) ) ) 
      System.out.println( part ); 
  } 
}

Einmal sollen die Wörter und einmal die Sätze ausgegeben werden.

Listing 4.21 BreakIteratorDemo.java, main()

public static void main( String[] args ) 
{ 
  String helmutKohl1 = "Ich weiß, dass ich 1945 fünfzehn war und 1953 achtzehn.", 
         helmutKohl2 = "Das ist eine klassische journalistische Behauptung. " + 
                       "Sie ist zwar richtig, aber sie ist nicht die Wahrheit."; 
 
  BreakIterator sentenceIter = BreakIterator.getSentenceInstance(); 
  BreakIterator wordIter     = BreakIterator.getWordInstance(); 
  BreakIterator lineIter     = BreakIterator.getLineInstance(); 
 
  out( helmutKohl1, sentenceIter ); 
  out( helmutKohl2, sentenceIter  ); 
 
  System.out.println( "-----------------" ); 
 
  out( helmutKohl1, wordIter ); 
  out( helmutKohl2, wordIter ); 
 
  System.out.println( "-----------------" ); 
 
  out( helmutKohl1, lineIter ); 
  out( helmutKohl2, lineIter ); 
}

Die Ausgabe enthält (skizziert):

Ich weiß, dass ich 1945 fünfzehn war und 1953 achtzehn. 
Das ist eine klassische journalistische Behauptung. 
Sie ist zwar richtig, aber sie ist nicht die Wahrheit. 
----------------- 
Ich 
weiß 
... 
die 
Wahrheit 
----------------- 
Ich 
weiß, 
... 
die 
Wahrheit.

Im letzten Beispiel ist gut zu sehen, dass die Wörter am Ende ihre Leer- und Satzzeichen behalten.



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